Fast bis zur Perfektion geschliffen, offeriert uns Blizzard mit diesem Titel den neuen Genre-König in Sachen RTS.
Altbacken aber irgendwie doch modern
Starcraft 2: Wings of Liberty
Es ist schon merkwürdig, denn obwohl StarCraft 2 nach sieben Jahren der Entwicklung leicht angestaubt wirkt, sieht es irgendwie dann doch besser aus als ein Dawn of War 2, das zwar mehr Effekte und moderne Technologien zu bieten hat, aber letztendlich mit dem liebevollen Detailreichtum eines StarCraft 2 nicht mithalten kann. Zunächst zeigen sich die Karten sehr vielfältig: Ob urbane Szenerien, wüstenähnliche Oberflächen oder ein dichtes Dschungelgebiet, das Auge bekommt recht viel geboten. Überzeugend sind hingegen auch die feinen Animationen der Einheiten und die größtenteils ansehnlichen Texturen, während Explosionen und die Physik-Engine eher am Minimum angesiedelt sind. Obwohl StarCraft 2 mittlerweile mit einer 3D-Engine daher kommt, sind die meisten Karten immer noch im Stil des 2D-Vorgänger strukturiert, was zu einer Art "kantigen" Spieloberfläche führt, die in Teilen stark nach Editor aussieht. An Abwechslung mangelt es trotzdem nicht.
Starcraft 2: Wings of Liberty
Das gute an der Grafik-Engine ist jedoch, dass sie sich sehr genügsam zeigt und auch auf rund vier Jahre alten Rechnern flüssig läuft, auch wenn viele Details abgeschaltet werden müssen. Doch selbst dann kann sich StarCraft 2 durchaus blicken lassen. Laut Blizzard benötigt man mindestens einen Single-Core-Prozessor mit 2,6 Ghz und 1 GB Ram. Wer jedoch einen Dual Core, 2 GB Ram und eine Grafikkarte vom Schlage einer Geforce 8800 besitzt, darf so ziemlich mit allen Details loslegen. 4 GB Ram wären allerdings angebrachter, da ansonsten Startruckler und sehr lange Ladezeiten vorprogrammiert sind. Ein wenig unverständlich ist es, dass man kein Anti Aliasing zuschalten kann. Dies kann man höchstens über die Treiber der Grafikkarte dauerhaft aktivieren. Zum Testzeitpunkt war das nur mit Nvidia-Karten möglich. Typisch für Blizzard muss man sich mit einer vergleichsweise recht bunten Optik anfreunden, die einen dezenten Comic-Stil aufweist. Dafür wird man mit teils farbenfrohen Effektgewittern bei größeren Kämpfen belohnt. Die Grafikmuskeln lässt StarCraft 2 hauptsächlich in den vielen Ingame-Zwischensequenzen spielen. Hier sieht man äußerst detaillierte Charaktermodelle, denen man auch ihre Gefühlslage ansieht.
Quelle: PC Games
Starcraft 2: Wings of Liberty
Übrigens können wirklich riesige Armeen problemlos und flüssig dargestellt werden. Mehr als 100 Einheiten sind überhaupt kein Problem. Trotz 3D-Grafik lässt sich die Kamera weder kippen noch drehen. Man kann lediglich heranzoomen, um sich die schönen Einheiten-Modelle anzuschauen. Leider ist der maximale Bildausschnitt deutlich zu klein ausgefallen, vermutlich aus Performance-Gründen. Dennoch werden größere Schlachten dadurch zu unübersichtlich. Beim Sound bekommt man passende Hintergrundgeräusche, die an Urwald, Großstadt und Co. erinnern. Der orchestrale Soundtrack macht einen guten Eindruck, während nach einem ersten Patch auch 7.1 Soundsysteme ohne Murren unterstützt werden. Die deutsche Sprachausgabe ist durch die Bank weg mit bekannten und professionellen Sprechern besetzt und gehört eindeutig zu den vorbildlicheren Arbeiten. Ab und zu schwankt die Qualität zwar leicht, doch das ist Meckern auf hohem Niveau. Wer mag, darf sich die etwas bessere englische Vertonung kostenlos herunterladen.
