Der Geist von Mimimi lebt weiter: Sumerian Six ist für mich die Überraschung des Jahres!

Test Felix Schütz
Der Geist von Mimimi lebt weiter: Sumerian Six ist für mich die Überraschung des Jahres!
Quelle: Devolver Digital

Gute Schleichtaktik ist tot? Von wegen! Fans von Shadow Tactics sollten hier unbedingt zuschlagen, denn Sumerian Six hat von den Besten gelernt.

Wolfenstein trifft Commandos

Beim Setting geht Artificer aber ganz eigene Wege. Das Spiel ist zwar ähnlich wie Commandos im Zweiten Weltkrieg angesiedelt, mischt aber eine gehörige Portion Trash und Fantasy darunter: Eine Streitmacht der Nazis ist gerade damit beschäftigt, uralte okkulte Mächte zu beschwören, die dem Dritten Reich zum Sieg verhelfen sollen. Und damit das nicht passiert, stellt sich den Deutschen eine sechsköpfige Spezialistentruppe entgegen - und das Kommando habt natürlich ihr.

Moment, Nazis? Drittes Reich? Jetzt fragt ihr euch bestimmt, ob das Spiel in Deutschland ungeschnitten ist.

Die kurze Antwort: ja! Die USK hat Sumerian Six geprüft und ungekürzt ab 18 Jahren freigegeben. Ähnlich wie in Wolfenstein: The New Colossus wimmelt es darum auch in diesem Spiel nur so von Hakenkreuzen und anderen eindeutigen Symbolen, Gesten und Begriffen. Das ist übrigens auch der Grund, weshalb ich euch hier keine Screenshots aus dem Spiel zeigen kann. Volljährige, die sich für das Spiel interessieren, schauen einfach auf Steam oder auf der offiziellen Website vorbei! Auch bei GOG und im Epic Games Store könnt ihr euch das Spiel schnappen.

Angewandte Wissenschaft

Jedes eurer sechs Teammitglieder hat einzigartige Fähigkeiten im Gepäck. So gehört sich das! Die Chemikerin Rosa kann Gegner zum Beispiel an Ort und Stelle in Matsch auflösen oder sie über kurze Distanz mit einem Gedankenstrahl festsetzen. Der Esoteriker Siegfrid feuert dafür lautlose Pfeile über große Distanz oder verwandelt sich in einen Geist - so kann er Gegner ablenken oder sie von ihrem Posten verscheuchen.

Auch ziemlich cool: Der hitzköpfige Sid Sterling darf sich als unsichtbarer Passagier einfach an Gegner dran heften und dann ein Stück mitreisen - so mogelt er sich kinderleicht an Wachposten vorbei.

Bei Alistair kommt dagegen fast schon Slapstick-Stimmung auf: Er platziert eine Falle, die jeden Gegner, der sie betritt, in hohem Bogen durch die Gegend feuert. (Tipp: Leichen lassen sich so auch zu Geschossen umfunktionieren!) Tierisch geht's dafür bei Wojtek zu: Als Folge eines Experiments ist er in der Lage, sich in einen riesigen Werbären zu verwandeln. So erkennen ihn feindliche Wachen zwar schon von Weitem, doch dafür ist er auch in der Lage, mehrere Gegner auf einmal plattzumachen. (Erinnert euch das zufällig an Mugen aus Shadow Tactics? Mich auf jeden Fall!)

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Meine Favoritin ist aber Isabella: Sie kann sich unsichtbar machen, Gegner von ihren Posten weglocken und sogar mit ihnen Plätze tauschen. Wer hier geschickt vorgeht, kann alleine mit ihr die halbe Karte leer fegen. Im Gegensatz zu Shadow Gambit fallen die Fähigkeiten der Helden aber auch nicht übermächtig aus - schon allein, weil ihr euer Team nicht frei zusammenstellen dürft. Stattdessen gibt's hier einfach zehn Missionen in fixer Abfolge und mit festgelegter Besetzung. Für das Balancing ist das tatsächlich ein Plus, denn so können die Leveldesigner jede Herausforderung genau auf euer Team zuschneiden.

Taktische Puzzles

Apropos: Die Levelgestaltung gefällt mir richtig gut! Egal, ob ich da eine schwer bewachte Nazi-Basis infiltriere, eine altsumerische Ruine erkunde oder eine weitläufige Fabrik sabotiere, in der die Nazis ihre okkulte Energiequelle "Geiststoff" herstellen: Die Schauplätze sind abwechslungsreich gestaltet, punkten oft mit mehreren Lösungswegen und sind mit Wachen und Patrouillen regelrecht zugepflastert.

Wie schleicht man sich da rein? Wo lässt sich eine Wache unbemerkt ausschalten, welcher Held eignet sich dafür am besten? Genau wie in den Mimimi-Spielen ergeben sich auch hier wundervolle kleine Puzzles, in denen man die feindliche Übermacht Stück für Stück zerpflückt - und zwar bitte schön, ohne dabei Alarm zu schlagen.

Wer die Augen offen hält, entdeckt auch nützliche Elemente in der Umgebung, die man gegen die Nazis einsetzen kann. Zum Beispiel Autos, an denen man nur noch die Handbremse lösen muss - dann donnern sie wie tödliche Walzen den Abhang hinab und erledigen jeden Gegner auf dem Weg. Spannend wird es auch, wenn die Nazis spezielle Emitter nutzen, die alle übersinnlichen Fähigkeiten unserer Helden unschädlich machen - da muss man dann gehörig umdenken und sich auf herkömmliche Methoden verlassen, bis man das Gerät abgeschaltet hat.

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