Super Mario Galaxy 2 im Gamezone-Test

Test Andreas Keser

Eines der absoluten Most Wanted Games 2010! Doch war die Entscheidung richtig ein 2. Mario Galaxy zu veröffentlichen?

Oben, unten, rechts und links

Super Mario Galaxy 2 Super Mario Galaxy 2 Mittlerweile ist das Spielen mit der Gravitation nichts Neues mehr. Wenn man auf der einen Seite von einer Plattform fällt, wird man dank Schwerkraft von der anderen Seite wieder angezogen und läuft dann quasi kopfüber weiter. Manchmal lauern aber auch fiese schwarze Löcher, die einen anziehen, wenn man von Plattformen fällt, sodass man nach wie vor darauf achten muss, wo man hinspringt. Allerdings bietet das Spiel mit der Schwerkraft jetzt noch mehr Möglichkeiten und Abwechslung als noch im Vorgänger. Es gibt wieder Abschnitte in denen ihr das Geschehen aus der seitlichen Perspektive verfolgt. Dabei kommt ein gewisses 2D-Flair auf. Einzelne Bereich kennzeichnen durch Pfeile, ob die Schwerkraft gerade nach oben, unten, rechts oder links verläuft. Verlässt man einen solchen Bereich, muss man wieder umdenken, da man nun plötzlich an den Wänden oder der Decke hängt. Manchmal stellt sich die Richtung der Erdanziehung auch nach einigen Sekunden um. Es gibt zudem auch schmale Streifen, die sich noch dazu bewegen und unabhängig von der restlichen Umgebung ihre eigene Gravitation haben. Somit kann es schon ziemlich chaotisch werden, allerdings in positivem Sinne.

Super Mario Galaxy 2 Super Mario Galaxy 2 Für so manchen Bossfight hat man diese Elemente ebenfalls herangezogen. Es gibt beispielsweise einen Kampf mit einer riesigen Kröte, die sich auf einer großen freischwebenden Plattform befindet. In diese Plattform sind ein paar runde Gitter integriert. Führt man darauf eine Stampfattacke aus, dreht sich das Gitter und man wird auf die andere Seite der Plattform befördert. Nun muss man versuchen auf ein Gitter zu gelangen, das sich direkt unter der Kröte befindet, um sie auf diese Weise von unten (also an ihrem Bauch) mit einer Stampfattacke treffen zu können. Das macht tierisch Laune, wie die meisten Kämpfe gegen Zwischen- und Endgegner. Diese wurden allesamt toll in Szene gesetzt. Das gilt natürlich auch für das Zusammentreffen mit Bowser und seinen Schergen. Nachdem man die Angriffsmuster der Obermotze durchschaut und sich eine Strategie überlegt hat, sind diese aber selten eine wirklich harte Nuss.

Sinn oder Unsinn? - die Anfänger-DVD

Super Mario Galaxy 2 Super Mario Galaxy 2 Der Schwierigkeitsgrad ist auch insgesamt noch immer sehr human. Er hat ein wenig angezogen, wenn man ihn mit dem des Vorgängers vergleicht, aber echte Profis werden selten erhebliche Probleme bekommen. Man denke nur an "Tik Tak Trauma" aus "Super Mario 64"... So eine herausfordernde Welt gibt es in "Super Mario Galaxy 2" leider nicht. Das soll allerdings nicht heißen, dass es keinerlei Herausforderungen gibt und das ganze Spiel einem einzigen Spaziergang gleicht. So ist es keinesfalls. Es fehlen lediglich die knüppelharten Aufgaben. Casual-Gamer werden bestimmt dennoch oft ins Schwitzen kommen und deshalb gibt es für sie eine kleine Hilfestellung in Form einer zusätzlichen DVD. Diese nimmt den Spieler an der Hand und führt ihn an das Konzept des Jump'n'Runs heran. Wer schon hin und wieder ein Jump'n'Run gespielt hat, der wird diese DVD vermutlich als lächerlich empfinden, aber es wird niemand gezwungen diese anzuschauen. Und lieber lagert man die Einführung auf eine gesonderte DVD aus, als dass man innerhalb des Spiels ständig mit Tipps und Tutorials erdrückt wird. So kann jeder selbst entscheiden ob er die Hilfe nutzen möchte oder nicht.

Der Einsatz der Wii-Remote

Super Mario Galaxy 2 Super Mario Galaxy 2 An einigen Stellen im Spiel gibt es wieder blaue Sterne, die einem den Weg durch das Weltall weisen. Hier kommen nun die besonderen Eigenschaften der Wii-Fernbedienung zum Einsatz. Sobald man mit dem Cursor auf diese Sterne zeigt und schließlich die A-Taste gedrückt halt, wird Mario von ihnen angezogen. Auf diese Weise kann er sich von Stern zu Stern durch den Kosmos hangeln, ohne auch nur einmal den Boden unter sich zu spüren. Doch meist sind diese Passagen nur sehr kurz. Wieder unten angekommen kann die Wii-Remote aber nach wie vor als Zapper genutzt werden. Zeigt man mit dem Cursor auf einen Gegner und betätigt die B-Taste, schießt ein bunter Sternenkristall aus dem Nichts auf den Widersacher los und betäubt ihn. Zuvor muss diese etwas eigenwillige Munition aber erst eingesammelt werden. Das kann ganz klassisch durch Berührung geschehen oder man zeigt einfach mit der Wii-Fernbedienung darauf, was um einiges schneller geht und praktischer ist, wenn die Kristalle nicht in Reichweite sind. Wenn ein Freund in der Nähe ist, dann kann sich dieser eine zweite Wii-Remote schnappen und in der Rolle des Assistent-Luma aktiv ins Geschehen eingreifen. Er darf ebenfalls Kristalle einsammeln und kann Feinde betäuben, während ihr euch auf das Abenteuer konzentriert. Außerdem kann er den Spieler auch auf bestimmte Dinge hinweisen und Tipps geben, sofern das erwünscht ist. Eine nette und unterhaltsame Idee, die den zweiten Mitspieler zwar nicht zu sehr einspannt, aber immerhin ein wenig ins Spiel miteinbezieht und nicht einfach nur beteiligungslos zuschauen lässt.

Super Mario Galaxy 2 Super Mario Galaxy 2 Es gibt wieder einige Galaxien, die komplett vom Neigungssensor der Wii-Fernbedienung Gebrauch machen. Man fliegt mit einem bunten Vogel durch die Lüfte und muss dabei bestimmten Hindernissen ausweichen und durch Markierungen fliegen oder balanciert auf einer großen Kugel und versucht dabei nicht in den Abgrund zu stürzen oder sich von Feinden abdrängen zu lassen. Dabei wird Mario durch das Neigen in eine bestimmte Richtung bewegt. Hier ist ein wenig Fingerspitzengefühl gefragt. Diese kurzen Einlagen stellen eine willkommene Abwechslung zum übrigen Abenteuer dar und fügen sich dennoch prima in das Spiel ein.

Super Mario Galaxy 2 Super Mario Galaxy 2 Die Steuerung von "Super Mario Galaxy" hat sich bewährt, sodass man auch an dieser festhält. Man konzentriert sich weiterhin auf die Buttons und den Analog-Stick, sodass die meisten Moves und Attacken darüber bedient werden. Die Wirbelattacke wird allerdings durch das Schütteln der Wii-Remote ausgelöst, was jedoch perfekt funktioniert. Nur vereinzelte Aktionen löst man auf diese Weise aus. Wenn Mario etwa einen Bohrer in der Hand hält, dann muss man ebenfalls kräftig schütteln, damit er sich tief in den Boden eingräbt. Die Wii-Features werden also nach wie vor nicht überstrapaziert, sondern stellen eine willkommene und auch sehr gelungene Ergänzung zur gewöhnlichen Steuerung dar. Diese ist intuitiv, absolut punktgenau und präzise. Besser könnte sich ein Jump'n'Run eigentlich kaum bedienen lassen.

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