Anno 117: So funktionieren die Landkämpfe

News Viktor Eippert
Anno 117: So funktionieren die Landkämpfe
Quelle: Ubisoft/Bildmontage PC Games

In einem Live-Stream haben die Entwickler endlich mehr Details zum Militär und den Landkämpfen preisgegeben. Total War diente offenbar als Inspirationsquelle.

Die Rückkehr der Landkämpfe zählt zu den Features, die sich ein großer Teil der Anno-Community schon lange wünscht. Immerhin war Anno 1404 der letzte Teil, in dem man Soldaten über die Map scheuchen konnte, um sich kämpferisch Gebiete zu sichern. Mit Anno 117: Pax Romana kommen die Landeinheiten am 13. November für PC, PS5 und Xbox Series endlich zurück und ihr könnt mit Legionären, Kavallerie, Katapulten und mehr auf die Verteidigung eurer Gegner losstürmen. In einem Live-Stream haben die Anno-Entwickler jetzt gezeigt, wie die Schlachten funktionieren, wie man verschiedene Strategien nutzen kann und viele der Einheiten vorgestellt.

Einheitentypen und Kosten

Bevor ihr eure Truppen mit Schiffen zu den gegnerischen Inseln für eine Eroberungstour losschickt, müsst ihr sie natürlich erstmal erforschen und ausbilden. Das passiert in Kasernen, Belagerungswerkstätten und anderen Militärgebäuden, abhängig vom Einheitentyp. Eine schlagkräftige Armee aufzustellen, ist wie in unserer XXL-Vorschau erwähnt, aber sehr kostspielig. Ihr müsst nicht nur viel Gold für Unterhaltskosten zahlen und Ausrüstung ranschaffen, ihr braucht auch große Mengen an Arbeitskräften, die im Militär dienen.

Wie in klassischen Annos stehen euch für das Militär verschiedene Nahkämpfer wie Auxilia-Speerträger oder Legionäre, Fernkämpfer wie Schleuder- und Bogenschützen, Reitereinheiten und Belagerungswaffen wie Scorpios (Ballisten) oder Katapulte zur Verfügung. Ähnlich zu Total War sind Einheiten in Battailionen organisiert, die mehrere Soldaten umfassen.

Man sieht zwei Verbände Legionen vor den Stadtmauern positioniert. Quelle: PC Games Sowohl Militäreinheiten als auch Mauern, Stadttore und Abwehrtürme verschlingen ordentlichen Ressourcen, Arbeitskräfte und Gold.

Bist du's Total War?

In den Kämpfen setzt Anno 117 ganz klassisch auf ein Stein-Schere-Papier-Prinzip. Die schwer gepanzerte Legionäre reiben dabei etwa die leichten Auxilia oder Reiter auf, während Bogenschützen gegnerische Legionen dezimieren, aber anfällig gegen die schnellen Sturmangriffe von Kavalleristen sind. Die wiederum müssen sich vor den mit Speeren bewaffneten Auxilia in Acht nehmen und so weiter. Und wer allgemein verheerenden Schaden an feindlichen Armeen anrichten möchte, feuert mit Ballisten oder Katpulten in die Menge - bevorzugt aber ohne die eigenen Truppen zu dezimieren.

Dabei geht's aber nicht zwingend darum, die gegnerischen Verbände völlig auszulöschen. Wie Total War setzt auch Anno 117 auf ein Moralsystem. Wenn eure Einheiten zu viele Verluste erleiden, ihre Mitstreiter neben ihnen fliehen oder ein überraschender Kavallerieansturm verheerenden Schaden in kurzer Zeit verursacht, nehmen die verbleibenden Einheiten die Beine in die Hand und ihr könnt sie erstmal nicht mehr befehligen. Überhaupt haben sich die Entwickler ordentlich an den Strategiespielen von Sega orientiert. So könnt ihr auch die Aufstellung der Verbände wie in Total War euren Vorstellungen anpassen und etwa Linienformationen in zwei Reihen befehlen oder Engpässe wie Brücken mit einer Aufstellung in die Tiefe halten.

Wenn ein Battailion den Krieg übersteht und lange genug nicht im Kampf war, füllen sich die Ränge ganz langsam wieder. Beschleunigen könnt ihr das, wenn ihr euren Soldaten befehlt, ein Lager auf freundlich gesinntem Territorium aufzuschlagen. Das ist auch in Friedenszeiten ratsam, weil sich dadurch zusätzlich die Gold-Unterhaltskosten reduzieren.

So erobert ihr Inseln

Das Ziel einer militärischen Auseinandersetzung ist natürlich die Eroberung von Inseln der Gegner. Um das zu bewerkstelligen, müsst ihr das zentrale Gebäude einer Insel lange genug mit Soldaten besetzen, um es zu erobern: Die Gouverneursvilla. Doch das ist gar nicht so einfach, denn die Gebäude in einer Anno-Stadt dienen dem Verteidiger ähnlich wie in Age of Empires als natürliche Hindernisse. Von Mauern und Wachtürmen ganz zu schweigen.

Im Live-Stream haben die Entwickler auch eine große Belagerungsschlacht gezeigt, in der eine deutlich stärkere Invasionsstreitmacht mit guter Taktik in die Schranken gewiesen werden konnte. Während alle Soldaten Holzpalisaden mit Fackeln abwerfen können, braucht ihr für die Zerstörung von Steinmauern zwingend Belagerungswaffen. Dafür sind die Mauern und bemannten Tore im Gegenzug ziemlich teuer im Aufbau.

Außerdem dienen Häuserschluchten als gute Engpässe, die man mit starken Nahkämpfern verteidigen kann, während Fernkämpfer und Belagerungseinheiten die feindlichen Linien ausdünnen. Damit man diesen Vorteil übrigens nicht exploiten kann, dürft ihr in der Nähe von Schlachten keine neuen Gebäude errichten. Wäre ja auch unfair, wenn man so mir nichts, dir nichts Häuser als Barrikaden mitten im Kampf aufbauen könnte.

Wer sich einer Attacke entgegensieht, aber keine sonderlich guten Taktik- und Strategieskills hat, kann seine Einheiten auch automatisch kämpfen lassen. Dann übernimmt die gleiche KI, die auch die Computer-Einheiten befehligt. Seid ihr dagegen auf die Übernahme von Ländereien aus, habt aber keinen Bock auf Militär und Schlachten, könnt ihr das auch auf friedliche Weise tun. Wie genau das aber im Detail funktioniert, behalten die Entwickler weiterhin für sich.

Albion auf der Gamescom

Mehr Details zum Militär und den Schlachten wollen die Entwickler in den kommenden Tagen in einem Blogpost auf Anno-Union veröffentlichen. Außerdem wird Anno 117 auf der Gamescom vom 20. Bis 24. August sein, wo man die keltische Region Albion erstmals zeigen will. Anno 117: Pax Romana wird am 13. November 2025 für PC, Ps5 und Xbox Series erscheinen. Der erste Season Pass wurde auch schon angekündigt und wird unter anderem Ägypten als Region beinhalten.

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