Gran Turismo Sport: Wir haben Sonys Rennspiel-Hoffnung ausführlich getestet - Update: Wertungsanpassung

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Gran Turismo Sport: Wir haben Sonys Rennspiel-Hoffnung ausführlich getestet - Update: Wertungsanpassung
Quelle: Sony

Polyphony Digital geht mit Gran Turismo Sport neue (Online-)Wege - und das wird sicher nicht jedem gefallen. Der Test klärt über die Vor- und Nachteile der Neuausrichtung auf!

Update: Seit dem Release im Oktober hat sich bei Gran Turismo: Sport (jetzt kaufen ) dank zahlreicher Gratis-Updates so viel getan, dass unser ursprünglicher Test nicht mehr aktuell ist. Wir haben uns Sonys Rennspiel nun noch mal angeschaut und uns dazu entschieden, ein Test-Update inklusive neuer Wertung vorzunehmen. Wir verstehen dies als zusätzlichen Service, da Leser, die sich jetzt erst über GT: Sport informieren, mit unserem Test zum damaligen Release-Zeitpunkt nicht mehr auf dem aktuellen Stand sind, weil damals Features und Gameplay-Inhalte fehlten, die nun verfügbar sind. Im Folgenden findet ihr daher zunächst unseren Original-Test und auf der letzten Seite ein ausführliches Update mit neuer Wertung. Beachtet auch bitte, dass der zweite Meinungskasten nun auf den jetzigen Stand des Spiels eingeht.

Gran Turismo blickt inzwischen auf eine 20-jährige Serientradition voller Höhen und Tiefen zurück. Nachdem Polyphony Digitals Rennsportsimulation gerade in der Anfangszeit mitverantwortlich für den Erfolg der ersten PlayStation-Konsole war, setzte Kazunori Yamauchis Vision über die Jahre doch merklich Staub an. Das mag zum einen an zweifelhaften Designentscheidungen, zum anderen an einer erstarkten Konkurrenz liegen. Gerade im Rennspiel-Jahr 2017 macht sich das bemerkbar: Mit Titeln wie Formel 1 2017, Project Cars 2 und Forza Motorsport 7 zeigten andere Studios zuletzt, dass auch sie das Handwerk mit den Pferdestärken verstehen. Die Entwicklung von Gran Turismo Sport lief dagegen alles andere als rund: Über vier Jahre warteten Fans auf den neuen Ableger und etliche Release-Verschiebungen mehrten die Zweifel an dem Projekt. Und auch die seit dem 17. Oktober erhältliche, fertige Version lässt Spielraum für Spekulationen und Kritik. Zumindest alteingesessene Fans werden sich über einige Aspekte des Spiels zumindest wundern.

Dass auf den Titel Gran Turismo diesmal keine Zahl, sondern der Beiname Sport folgt, hat nämlich einen guten Grund. Polyphony Digital dampft den traditionell großen Fuhrpark drastisch herunter. Waren in Gran Turismo 6 noch satte 1.200 Autos vertreten, gehen in dem aktuellen Ableger lediglich rund 160 Wagen an den Start. Das Spiel legt den Fokus verstärkt auf Rennwagen und Fahrzeuge, die in professionellen Wettbewerben zum Einsatz kommen. Normale Straßenfahrzeuge finden wir daher nur sehr selten. Immerhin: Es gibt keine Unterscheidung mehr zwischen Premium- und Standard-Fahrzeugen. Alle Wagen verfügen über eine Cockpitperspektive und sind mit viel Liebe zum Detail gestaltet. In diesem Fall ist weniger dann vielleicht doch mehr.
Auch wenn die grauen Wolken etwas anderes vermuten lassen: In Gran Turismo Sport gibt es keine Regen- oder Wettereffekte. Und auch die Tageszeit lässt sich lediglich im Vorfeld einstellen.<br>
  Quelle: PC Games Auch wenn die grauen Wolken etwas anderes vermuten lassen: In Gran Turismo Sport gibt es keine Regen- oder Wettereffekte. Und auch die Tageszeit lässt sich lediglich im Vorfeld einstellen.
 

Solisten müssen stark sein

Den ersten dicken Kratzer im Lack fängt sich Gran Turismo Sport allerdings für seinen Online-Zwang ein. Auch wenn heutzutage sicherlich die meisten Spieler über eine Internet-Anbindung verfügen, so sollten doch gerade Einzelspieleroptionen jederzeit zugänglich sein. In Gran Turismo Sport könnt ihr bei einem WLAN- oder PSN-Ausfall lediglich die Zeit- und die Einzelrennen des Arcade-Modus zocken. Die Kampagne bleibt in diesem Fall gesperrt.

Die Begründung dahinter liegt in dem Ranglistensystem der übrigen Spielmodi und in den gestreamten Erklärvideos. Im Sinne der Benutzerfreundlichkeit hätte es aber sicher auch eine andere Möglichkeit gegeben, als Spieler auszusperren. Überhaupt müssen Solisten in Gran Turismo Sport Durchhaltevermögen mitbringen. War bereits der Karrieremodus in Project Cars 2 trocken wie das Toast von letzter Woche, gestaltet sich die Kampagne im Yamauchi-Raser verdorrt wie die Sahara.

Gran Turismo Sport läuft auf der PlayStation 4 Pro bei flüssigen 60 Bildern die Sekunde. Auf der Standard-PS4 ist dieser Wert geringer, dennoch bleibt der Titel gut spielbar.<br>
  Quelle: PC Games Gran Turismo Sport läuft auf der PlayStation 4 Pro bei flüssigen 60 Bildern die Sekunde. Auf der Standard-PS4 ist dieser Wert geringer, dennoch bleibt der Titel gut spielbar.
 

Zurück in die Fahrschule

Die Kampagne startet mit der traditionellen Fahrschule. In dieser Einführung geht es vor allem darum, dass Neulinge ein Gespür für die Materie bekommen. So bremsen wir beispielsweise in vorgegebenen Zonen, fahren Hütchen über den Haufen oder trainieren Kurvenfahrten. Als Einstieg in die Welt des Motorsports eignet sich dieser Modus hervorragend. Danach folgen insgesamt 64, in acht Klassen unterteilte Herausforderungen. Dabei handelt es sich letztlich um Mini-Szenarien, in denen wir Ziele unter bestimmten Voraussetzungen meistern müssen. Wir rasen beispielsweise über den Nürburgring oder müssen möglichst viele Computer-Piloten überholen, dürfen dabei aber niemanden anrempeln. Diese Disqualifikationsbedingungen sind oftmals das Salz in der Suppe und sorgen für manchen Neustart.

Die 64 Events spielen sich zweifellos fordernd. Wer sie alle mit der Goldmedaille abschließen möchte, wird ein Weilchen dafür brauchen. Insgesamt jedoch fehlt hier eine vollwertige Karriere inklusive Aufbau eines eigenen Fuhrparks und Auto-Tuning. Gerade die sonst so oft beschworene Verbindung zwischen Fahrer und Auto gerät aufgrund der wechselnden Voraussetzungen ins Hintertreffen. Als zentrale Kampagnenoption ist das einfach zu wenig!

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