Gran Turismo: Sport - Test-Update
Test
Polyphony Digital geht mit Gran Turismo Sport neue (Online-)Wege - und das wird sicher nicht jedem gefallen. Der Test klärt über die Vor- und Nachteile der Neuausrichtung auf! (Inklusive Test-Update auf der letzten Seite)
Gran Turismo: Sport im Test
Viel zu selten kommt es vor, dass Entwickler ihre Titel wirklich noch in einen besseren Zustand patchen oder ihr Baby mit neuen Inhalten aufmotzen. Gran Turismo: Sport stellt hier jedoch eine gelungene Ausnahme dar, denn das Rennspiel von Polyphony Digital wird seit seinem Release stetig verbessert, erweitert und aufgewertet. Und das sogar gratis! Davon könnten sich einige andere Studios und Publisher ruhig mal eine Scheibe abschneiden. Trotz der Erweiterungen und einer damit einhergehenden Aufwertung gelingt es dem unter der Leitung von Kazunori Yamauchi entstandenen Titel dennoch nicht ganz, an der Konkurrenz vorbeizuziehen.
Aufgestockter Fuhrpark
Seit dem Release im Oktober letzten Jahres hat Gran Turismo: Sport mächtig zugelegt. In unregelmäßigen Abständen durften sich PS4-Raser neue Strecken, Variationen der bereits vorhandenen Kurse sowie weitere Fahrzeuge mit dem neuesten Patch herunterladen. So ist seit Anfang des Jahres beispielsweise die legendäre Rennstrecke in Monza dabei. Außerdem gesellten sich neben vielen verschiedenen Autos der Marke Ferrari auch unter anderem der McLaren F1, Jaguar XJ13 oder der Lamborghini Diablo zum Fuhrpark. Sogar der Fotomodus wurde mit neuen Hintergründen aufgestockt, sodass wir noch schönere Angeber-Bilder aufnehmen und an unsere neidischen Freunde verschicken dürfen. Besonders erfreulich ist jedoch, dass mit dem Dezember-Update auch endlich ein richtiger und GT-typischer Karriere-Modus seinen Weg ins Spiel gefunden hat.
Quelle: PC Games
Die KI leistet sich zwar auch schon mal Fahrfehler, die meiste Zeit fahren die Kontrahenten jedoch stur auf der Ideallinie.
Spaß für Einzelspieler
Quelle: PC Games
Der Karriere-Modus orientiert sich stark an dem der Vorgänger. Schön für Fans, allerdings müsst ihr für neue Autos auch fleißig grinden.
Bot Gran Turismo: Sport beim Release noch wenig Inhalt für Singleplayer, sind nun ganze vier Ligen mit jeweils neun Cups, die sich auf mehrere Rennen aufteilen, verfügbar. Die Ligen werden je nach eurem Fahrerrang freigeschaltet und für abgeschlossene oder im besten Fall gewonnene Rennen erhaltet ihr Credits, mit denen ihr neue Fahrzeuge kaufen dürft. Allerdings ist der Modus auch extrem grindlastig, denn teilweise kosten benötigte Autos mehr Credits, als ihr verdient, selbst wenn ihr sämtliche Rennen eines Cups als Erster abschließt.
Zudem ist die Menüführung recht altbacken. Braucht ihr für einen Pokal ein bestimmtes Fahrzeug, werdet ihr beim Anwählen des Events nicht automatisch zum Händler. Ihr müsst euch erst zurück zur Brand Central klicken und genau im Kopf haben, welches Auto ihr braucht. Man sollte außerdem immer genau in die Informationsliste schauen, welche Fahrzeuge zugelassen sind. Denn nur weil der Cup Japanese Sports Cars heißt, bedeutet das noch lange nicht, dass sämtliche Sportautos aus Nippon auch mitfahren dürfen. Die Bedienung ist also ein wenig unkomfortabel für heutige Verhältnisse. Auch die Präsentation ist eher etwas angestaubt. Zwischensequenzen oder gar eine Siegerehrung sucht man vergebens.
Quelle: PC Games
Auch neue Fahrzeuge kamen per Update in das Spiel. So zum Beispiel diese Trucks von Ford, die sogar eigene Turniere in der Karriere bekommen haben.
Doch apropos angestaubt: Die KI ist leider ein wenig dämlich. Sie lässt sich relativ einfach austricksen, und obwohl die KI-Kontrahenten sich auch mal Fahrfehler leisten, kleben sie die meiste Zeit auf der Ideallinie und rammen euch einfach weg, wenn ihr dort unterwegs seid. Das hört sich für manch einen wohl wenig berauschend an, doch dies ist der typische Kampagnenmodus, wie man ihn aus anderen GT-Teilen kennt und der trotz seiner Fehler auch heute noch fix seine Suchtwirkung entfaltet. Schnell ist man willentlich im GT-Grind gefangen, versucht sich um ein paar Hundertstelsekunden zu verbessern, um doch noch dieses eine Rennen zu gewinnen, damit man sich endlich das Fahrzeug seiner Träume leisten kann.
Gran Turismo: Sport ist sicherlich in mancher Hinsicht altbacken, doch auf der Strecke macht der Titel einfach Laune und motiviert einen immer wieder aufs Neue. GT: Sport mag so nicht an der Konkurrenz vorbeiziehen, doch es hat sich seit der Release-Fassung stark verbessert, sodass wir die Wertung für Polyphony Digitals Rennspiel mit gutem Gewissen um fünf Punkte anheben. Die zusätzliche Arbeit, die die Entwickler in das Spiel gesteckt haben, um es zu verbessern, sollte gewürdigt werden. (Gran Turismo Sport in der Wikipedia.)
