Gran Turismo: Sport im ausführlichen Test
Test
Polyphony Digital geht mit Gran Turismo Sport neue (Online-)Wege - und das wird sicher nicht jedem gefallen. Der Test klärt über die Vor- und Nachteile der Neuausrichtung auf! (Inklusive Test-Update auf der letzten Seite)
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Auf der PS 4 Pro läuft das Spiel zudem in hochskalierten 4K stets flüssig bei 60 Bildern pro Sekunde. Gerade aus der Cockpit- und der Stoßstangenperspektive kommt so ein durchaus flotter Spielfluss auf. Auf der Piste jedenfalls überzeugt Gran Turismo Sport vor allem durch seine Vielseitigkeit: Jeder Wagen fühlt sich anders an, speziell die Kurvenfahrten machen durch die toll umgesetzte Gewichtsverlagerung der Fahrzeuge eine Menge Spaß. Wir spüren selbst am Gamepad, wenn ein Auto auszubrechen droht oder sich in die Kurve neigt. Hilfestellungen wie ein Bremsassistent sowie Ideallinienfunktionen erleichtern Einsteigern das Leben. Die ebenfalls eingestreuten Rallye-Rennen haben es ferner in sich und erfordern durch das schmierige Geläuf eine gänzlich andere Herangehensweise.
Quelle: PC Games
Die Fahrzeugauswahl vor dem nächsten Online-Rennen: Übersicht geht sicherlich anders. Immerhin funktionieren die Renn-Events ohne größere Probleme und liefen im Test flüssig.
Anlass zur Kritik
Gran Turismo Sport spielt sich klasse, bietet aber auch Angriffsfläche für Kritik. Zwar beinhaltet es einstellbare Tageszeiten, allerdings keinerlei Wettereffekte. Wie intensiv Regenrennen sein können, stellte zuletzt Project Cars 2 unter Beweis. Das Fehlen dieser Funktionen ist im Jahr 2017 wirklich problematisch. Auch ein echtes Schadens- oder Kollisionsmodell sucht man vergeblich. Gerade Zusammenstöße wirken aufgrund der schwachen Sound-Untermalung wenig wuchtig und passen so gar nicht zu dem Untertitel The Real Driving Simulator.
Noch dazu hatten wir im Test gelegentlich Probleme mit der Fairness-Wertung im Spiel: In einigen Rennen sind Berührungen streng untersagt. Jedoch wurden wir disqualifiziert, weil uns ein Computer-Fahrer an einer Schikane ins Heck donnerte. Ein anderes Mal galt selbst hauchdünnes Vorbeifahren bereits als Crash. Und dann erhalten wir auch noch Strafzeiten, weil wir der Konkurrenz ausweichen und ins Kiesbett flüchten müssen. Hier sollte Polyphony Digital dringend noch an der Feinabstimmung arbeiten. Gleiches gilt für das Verhalten der KI-Piloten. Diese reichen längst nicht an die Drivatare eines Forza Motorsport 7 heran, agieren aber auch nicht so vogelwild wie in Project Cars 2. Stattdessen geht ihnen eine Persönlichkeit ab, und deshalb sehen wir viel zu selten Fahrfehler oder gar Unfälle der Konkurrenz. Über einen Großteil der Zeit ziehen die Burschen einfach nur stoisch ihre Kreise.
Quelle: PC Games
Die eingestreuten Rallye-Events mögen grafisch nicht so spektakulär sein wie andere Veranstaltungen, spielen sich jedoch deutlich anders und fordern eine eigene Herangehensweise.
Fragwürdige Online-Zukunft
Der große Fokus von Gran Turismo Sport liegt bekanntermaßen im Online-Bereich und damit im weiteren Ausbau der Zusammenarbeit mit dem Rennsport-Verband FIA. Angesichts der ambitionierten Pläne stehen jedoch aktuell noch zu wenige Optionen bereit. So gibt es wechselnde Tagesevents, in denen wir uns mit anderen Spielern messen können. Zudem öffnen wir eigene Lobbys für Rennen oder treten bereits bestehenden Events bei. Das alles wirkt einen Hauch zu verkopft und kompliziert, läuft aber zum Launch immerhin überraschend reibungslos. Zwar kam es im Test während der Rennen zu ganz seltenen Rucklern, im Großen und Ganzen aber hielten sich die Serverprobleme stark in Grenzen. Allerdings mangelt es dem Online-Modus derzeit (noch) an spielenswertem Content, was gerade in Kombination mit dem schwachen Singleplayer einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt. Polyphony Digital hat - zumindest auf dem Papier - ein sehr ordentliches Rennspiel auf die Beine gestellt. Der Umfang lässt zum Testzeitpunkt aber noch zu wünschen übrig.
