Jahresrückblick 2017: Grafikkarten und Xbox One X
Special
Das Jahr 2017 neigt sich dem Ende. Wir schauen uns daher an, welche Hardwarethemen vor allem im Gamingbereich für Schlagzeilen sorgten: neue CPUs, neue Grafikkarten, aber auch die neue Xbox One X sowie das Trendthema Mixed Reality. Auch zwei negative Trends greifen wir auf, nämlich den Preisanstieg bei Arbeitsspeicher sowie bei Grafikkarten.
Grafikkarten: Vier Mal AMD, zwei Mal Nvidia
Nvidia hatte bereits 2016 einige für Gaming geeignete Grafikkarten veröffentlicht, nämlich die GTX 1050 Ti, GTX 1060, GTX 1070 und GTX 1080. Daher ging es bei Nvidia 2017 vergleichsweise gemächlich zu, was Grafikkarten für Spieler angeht.
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Neben kleineren Refreshes ergänzte Nvidia bei den für Gamer interessanten Grafikkarten das Portfolio um das GTX-Flaggschiff, die Nvidia GTX 1080 Ti, sowie um die Nvidia GTX 1070 Ti, zu der wir im November auch ein Special verfasst hatten.
Quelle: PC Games Hardware
EVGA GTX 1070 Ti FTW2
Für Enthusiasten erschien die Nvidia Titan Xp, die aber mit ihrem Preis von weit über 1000 Euro nur für wenige Privatnutzer in Frage kommt. Viel wichtiger für Nvdia: die GTX 1080 Ti bietet im Vergleich zur GTX 1080 vor allem bei besonders hohen Auflösungen einen Leistungssprung, der zwar mit guten 200 Euro teuer erkauft wird, aber für anspruchsvolle Gamer durchaus den Aufpreis wert ist. Mit der GTX 1070 Ti hat Nvidia wiederum eine kleine Lücke zwischen der GTX 1070 und GTX 1080 geschlossen, auch wenn fraglich ist, ob es hier überhaupt eine Lücke gegeben hat. Denn stark übertaktete Modelle der GTX 1070 für 450 bis 500 Euro kommen ebenfalls schon in die Nähe einer Standard-GTX 1080, die wiederum ab 500 Euro zu haben ist. Die GTX 1070 Ti (ab 450 Euro) stellt somit nur eine Erweiterung der Auswahl dar, nicht mehr und nicht weniger.
AMD hat im Mai 2017 wiederum mit der RX 570 und RX 580 punkten können: die AMD RX 570 war für unter 200 Euro ein guter Kauf, auch da Nvidia in dieser Preisklasse nichts zu bieten hat außer der deutlich schwächeren GTX 1050 Ti, die ab 150 Euro im Handel zu haben ist. Die AMD RX 580 wiederum ist die direkte Konkurrenz zur Nvidia GTX 1060, war aber etwas günstiger als Nvidias Bolide und daher sehr attraktiv. Ihr seht: Wir nutzen die Vergangenheitsform. Denn durch so genannte Miner (von Kryptowährung) stiegen die Preise vor allem bei AMD-Grafikkarten enorm an und haben sich bis heute kaum erholt. Nvidia war von diesem Phänomen nicht so stark betroffen.
Quelle: HIS
HIS Radeon RX 580 IceQ X2 OC
Zu diesem Thema werden wir auch später noch ausführlicher kommen. Zwei weitere neue Grafikkarten von AMD, die im August veröffentlichten AMD RX Vega 56 und AMD RX Vega 64, haben unter dem Mining-Boom sogar so stark gelitten, dass sie seit ihrem Release entweder gar nicht zu haben sind oder nur für überhöhte Preise angeboten werden - wären sie verbreitet und für die UVP von AMD verfügbar, wären die beiden Grafikkarten eine gute Alternative zur Nvidia GTX 1070, GTX 1070 TI und GTX 1080.
Konsole: Xbox One X
Nachdem Sony schon 2016 die Playstation 4 Pro auf den Markt brachte, um für Gaming in 4K zu werben, hat Microsoft am 7.November die bisher stärkste Spielekonsole veröffentlicht, die es im Handel gibt. Zur Xbox One X hatten wir damals natürlich auch einen Test verfasst. Die Xbox One X bietet hierbei nicht nur ein kleines Upgrade, wie es die Playstation 4 Pro im Vergleich zur normalen Playstation 4 bietet, sondern verfügt über eine in der Tat deutlich stärkere Leistung als eine Xbox One S.
Quelle: PC Games
Xbox One X
Bei der Xbox One X handelt es sich aber nicht um eine komplett neue Generation mit eigenen Spielen. Vielmehr nutzt die Xbox One X ganz normale Xbox One-Spiele. Je nach dem, ob und auf welche Art und Weise die Spielemacher ihre Spiele für die Xbox One X anpassen, lädt die Xbox One X dann entsprechende Updates herunter, welche die Leistung der Spielekonsole besser ausnutzen. Mögliche Optionen sind hierbei eine Berechnung in echter 4K-Auflösung, mehr FPS auch in Full-HD oder auch eine verbesserte Optik. In Abhängigkeit davon, was Spielepublisher und -entwickler in ihre Spiele integrieren, kann der Spieler eines der Features nutzen oder gegebenenfalls auch eine Mischung der Optionen auswählen. Das Ganze kommt je nach Spieletitel also PC-Spielen nahe, bei denen ihr ja gewohnt seid, bei den Grafikoptionen eine für eure individuellen Wünsche passende Balance aus Optik und Leistung zu wählen. Die Zielgruppe für die Xbox One X ist - dies sieht Microsoft selbst auch so - eher klein: die Spielekonsole richtet sich an Enthusiasten unter den Gamern oder Spieler mit einem großzügigen Budget, denen die Vorteile der 500 Euro teuren Xbox One X einen derzeit etwa doppelt so hohen Preis im Vergleich zu einer Xbox One S wert sind. Für PC-Spieler interessant: durch die Xbox One X und Microsofts Vorhaben, mehr Spiele für das Play Anywhere-Programm anzubieten, könnten auch PC-Gamer davon profitieren, wenn die Xbox als Plattform gestärkt würde.
