Painkiller: Wir testen den Shooter, den niemand spielen will

Test Felix Schütz
Painkiller: Wir testen den Shooter, den niemand spielen will
Quelle: 3D Realms

Da hilft auch kein Schmerzmittel mehr: Der Reboot von Painkiller legt auf Steam eine glatte Bruchlandung hin. Im Test mit Video prüfen wir, wo die Probleme liegen, welche Stärken der Shooter hat - und ob da noch Potenzial drinsteckt.

Stellt euch vor, ein neues Painkiller erscheint. Also ein Shooter mit halbwegs bekanntem Namen, der endlich mal wieder derben, unkomplizierten Ballerspaß verspricht. Da möchte man doch eigentlich meinen, dass zumindest ein paar Action-Fans hellhörig werden ... oder?

Doch schaut man sich nur mal die Spielerzahlen auf Steam an, zeigt sich ein trauriges Bild. Auf dem PC sind da nicht mal hundert Spieler gleichzeitig unterwegs! Diesen Release hat sich Publisher 3D Realms ganz sicher anders vorgestellt.

Aber ist das Spiel deshalb gleich schlecht? Finden wir's raus! In unserem Test mit Video klären wir, woran es beim neuen Painkiller hakt, was gut funktioniert, für wen sich das Spiel vielleicht lohnt - und warum Fans des Originals lieber Abstand halten.

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Painkiller neu gedacht

Heutzutage ist Painkiller vielen Spielern kein Begriff mehr, aber 2001 war das noch ein ziemlich großer Name unter Shooter-Fans. Die Bulletstorm -Entwickler von People Can Fly überraschten damals mit schnörkelloser Action, starker Grafik, finsterem Gothic-Design und robustem Multiplayer. Zwar kein Spiel für die Ewigkeit, aber definitiv gut genug, um viele Fans anzulocken, die das Teil bis heute in Ehren halten. Danach erschienen zwar noch ein paar Add-ons und Ableger, aber die konnten nie mehr an den Erfolg des ersten Teils anknüpfen, was auch der Grund sein dürfte, weshalb man von der Marke schon so lange nix mehr gehört hat.

Nun hat das brandneue Painkiller aber kaum noch etwas mit dem Original am Hut. Ihr müsst euch zwar wieder mit roher Waffengewalt hirnlos durchs Fegefeuer kämpfen und dabei tonnenweise Dämonen plattmachen, doch ansonsten präsentiert sich dieses Painkiller in jeder Hinsicht neu gedacht - das ist also kein Remake, sondern ein waschechter Reboot.

Irgendwas in der Hölle

Von der Geschichte braucht ihr nicht viel erwarten: Vier blasse Helden landen im Jenseits und müssen nun, gefangen zwischen Himmel und Hölle, die Dämonenarmeen des bösen Azazel zusammenschießen, der damit irgendwas Schlimmes geplant hat. Der dünne Plot wird euch vom Engel Metatron eingetrichtert, der genau wie Azazel nur als Stimme aus dem Off zu hören ist - ihr bekommt beide Charaktere also nie zu Gesicht. Spannende Skript-Ereignisse, Nebenfiguren oder Cutscenes gibt es auch nicht. Warum man sich da überhaupt durch die Hölle ballert, ist dann am Ende auch schon irgendwie egal.

Wart ihr im Originalspiel nämlich noch alleine unterwegs, ist der Reboot voll als Koop-Spiel designt. Darum lernt ihr gleich zu Beginn vier unterschiedliche Charaktere kennen, die ihr vor jedem Level durchwechseln könnt. Jede Figur hat einen passiven Vorteil, zum Beispiel mehr Bonusschaden oder zusätzliche Lebenspunkte. Ansonsten ist die Wahl zwischen den Figuren aber rein kosmetischer Natur, die spielen sich nämlich alle komplett gleich.

Die labernden Vier

In den Missionen seid ihr außerdem nie solo unterwegs. Selbst wenn ihr alleine oder offline spielen wollt, stehen euch immer zwei Bots zur Seite, die automatisch mitkämpfen und euch auf Schritt und Tritt folgen. Und das klappt auch einigermaßen gut, die Begleiter stehen nicht im Weg herum oder blockieren den Fortschritt. Echten Mitspielern können sie aber natürlich nie das Wasser reichen, den meisten Spaß hat man darum im Online-Koop. Da Crossplay zwischen PC und Konsolen unterstützt wird, haben wir im Test auch meistens ein paar Mitspieler gefunden.

Doch egal, ob man alleine mit Bots oder online spielt, eure Begleiter meldet sich immer wieder zu Wort - und das ist leider eher nervig als ein Gewinn. Überbetonte Sprachausgabe und schwache Gags nagen immer wieder an unserer Geduld - was eigentlich für Stimmung sorgen soll, ruft bestenfalls breites Schulterzucken hervor.

Bildergalerie

Ballern auf Teufel komm raus

Bei der Action macht Painkiller dafür erstaunlich viel richtig! Es gibt massenhaft Dämonen wegzupusten, fette Waffen, düstere Umgebungen und eine Steuerung, die meistens sauber reagiert. Zwar fällt das Klettern etwas zu ungenau aus, insbesondere wenn man mit einer Dash-Bewegung gegen die Wand donnert, doch davon abgesehen spielt sich Painkiller absolut ordentlich und flott.

Ein Extra-Lob gibt's für die Performance, denn die Unreal-Engine-Grafik läuft selbst auf Mittelklasse-Rechnern butterweich. Auch die Animationen und die Beleuchtung können sich sehen lassen. Dazu dröhnt gefällige Metal-Musik aus den Boxen, die zwar nicht im Ohr bleibt, aber beim Dämonenschnetzeln für ordentlich Stimmung sorgt. Alles in allem also gar nicht schlecht!

Doch leider nutzt sich das Ganze zu schnell wieder ab. Es gibt nur wenige Gegnertypen, die höchstens als Kanonenfutter taugen, weshalb sie grundsätzlich in Gruppen auftreten. Da ist etwa der normale Nahkampf-Dämon, der Schild-Dämon oder der Fernkampf-Dämon, die alle wie Zombie-Horden auf uns zustürmen - auf wen oder was man da gerade schießt, geht in der Gegnermasse regelrecht unter. Dabei gäbe es durchaus noch mehr Gegnertypen - und wie die sich auswirken, erfahrt ihr auf der nächsten Seite.

  1. Seite 1 Painkiller: Wir testen den Shooter, den niemand spielen will
  2. Seite 2 Painkiller im Test: Erkundung, Waffen, Upgrades und Tarotkarten
  3. Seite 3 Painkiller im Test: Umfang, Roguelike-Modus, Wertung und Fazit
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