Painkiller im Test: Erkundung, Waffen, Upgrades und Tarotkarten

Test Felix Schütz
Painkiller im Test: Erkundung, Waffen, Upgrades und Tarotkarten
Quelle: 3D Realms

Auch wenn es Painkiller an Abwechslung und Ideen fehlt, bekommt ihr zumindest ein paar ordentliche Wummen. Aber kann das Upgrade-System dahinter motivieren?

Ab und zu spawnen auch mal größere Elite-Gegner, zum Beispiel fliegende Fleischklopse mit Schild oder ein gehörntes Vieh, das im Doom-Stil auf uns zustürmt. Leider werden aber auch die schnell eintönig, die dicken Brocken lassen sich nämlich an einer Hand abzählen und wiederholen sich danach nur noch.

Auch die Taktiken sind hier im Grunde immer gleich: Man muss konstant in Bewegung bleiben, immer hübsch ausweichen und die Elite-Viecher derweil einfach mit Sekundärfeuer zuballern, das meistens aus Blitz- oder Eiseffekten besteht, um dann zum vernichtenden Nahkampftreffer auszuholen. Coole Finisher gibt es dabei nicht, die Gegner zerplatzen einfach an Ort und Stelle.

Auf höheren Schwierigkeitsstufen werden solche Gefechte dann zwar spürbar kniffliger, aber ansonsten ändert sich nichts. Es kommen keine Zufallselemente oder neue Angriffsmuster hinzu. Painkiller hat damit zwar gute Grundlagen, die sich aber nie weiterentwickeln. Dadurch fehlt's dem Gameplay-Loop ganz einfach an Überraschungen und Abwechslung.

Auf der Suche nach Ideen

Dabei gäbe es durchaus ein paar gute Ansätze. In manchen Arenen füllen wir etwa spezielle Bluttanks, indem wir etliche Gegner in der Nähe plattmachen. Anschließend müssen wir die Tanks noch in einen Slot einsetzen, bevor sich die Tür zum nächsten Levelabschnitt öffnet.

Und in einer anderen Mission sollen wir dann einen Seelenfresser-Dämon eskortieren, ihn dabei mit Energiepaketen versorgen und unter seinem Schutzschild bleiben, während wir von Gegnerhorden angegriffen werden. Alles nicht übermäßig kreativ, klar, aber es lockert den Gameplay-Loop ein wenig auf. Von solchen Ideen hätte es noch deutlich mehr gebraucht!

Das gilt auch für die Bosskämpfe, von denen gibt es gerade mal drei im gesamten Spiel. Die sind zwar ordentlich gemacht und die riesigen Viecher sind auch klasse animiert, aber: Es sind eben nur drei! Und hat man sie einmal erledigt, gibt es auch keinen Grund, das Ganze zu wiederholen.

Jede Waffe hat einen alternativen Schussmodus, der Energie verbraucht. Die Pistole verschießt dann elektrisch geladene Kugeln, die Kettenblitze erzeugen. Quelle: PC Games Jede Waffe hat einen alternativen Schussmodus, der Energie verbraucht. Die Pistole verschießt dann elektrisch geladene Kugeln, die Kettenblitze erzeugen.

Erkundung für Anfänger

Auch wenn sich der Großteil des Spiels eher in Kampfarenen voller Monsterhorden abspielt, könnt ihr euch dazwischen etwas die Beine vertreten. Wer mag, darf nämlich auch die Umgebung absuchen, dabei kommt dann ein Dash wie in Doom Eternal zum Einsatz, um Abgründe zu überbrücken, gelegentlich könnt ihr euch auch mal an Ankerpunkten entlang schwingen. So entdeckt ihr dann schwer erreichbare Zonen, in denen ihr Munition, einen Heiltrank oder etwas Gold findet.

Ganz selten gibt es sogar kleine Schalterrätsel zu lösen, oder ihr entdeckt besondere Wände, die ihr einreißen müsst, um den Schatz dahinter freizulegen. Aber keine Sorge, das alles macht Painkiller nicht gleich zum Action-Adventure. Die Erkundungselemente sind sehr simpel gehalten und noch dazu völlig freiwillig. Aber zumindest wird man nicht gleich von einer Kampfarena in die nächste gescheucht, sodass man zwischendurch auch mal verschnaufen kann.

Waffenupgrades und Tarotkarten

Nach jeder Mission (im Spiel heißen sie "Raids") landet ihr in eurer Basis. Dort könnt ihr euer Arsenal verwalten und aufwerten. Dabei schaltet ihr insgesamt sechs Schusswaffen frei, von denen ihr aber immer nur zwei gleichzeitig mitnehmen dürft. Nicht gerade viel! Zumindest verfügen aber alle Knarren über zwei völlig unterschiedliche Sekundärfeuer. Da verschießt die Shotgun dann etwa Kugeln, die Gegner ansaugen, das ikonische Pfeilgewehr feuert Granaten ab und beim Raketenwerfer kann man sich aussuchen, ob man lieber Magmaprojektile oder Eisraketen raushauen will.

Wenn ihr eine bestimmte Waffe fleißig einsetzt, werden mit der Zeit außerdem neue Upgrades verfügbar. Um die aber wirklich freizuschalten, müsst ihr noch euer gesammeltes Gold und uralte Seelen ausgeben - das sind die wichtigsten Ressourcen, die ihr in den Missionen erbeutet. Das Freischalten sorgt zumindest anfangs für Motivation, denn die Waffenupgrades hauen teilweise richtig rein und machen eure Wummen deutlich schlagkräftiger. Das MG verschießt dann zum Beispiel zielsuchende Geschosse, die von Gegnern abprallen, was auch mit großen Gegnergruppen kurzen Prozess macht.

Jede Waffe besitzt zwei unterschiedliche, sekundäre Feuermodi. Jede Angriffsvariante lässt sich mit ein paar Upgrades ausbauen. Quelle: PC Games Jede Waffe besitzt zwei unterschiedliche, sekundäre Feuermodi. Jede Angriffsvariante lässt sich mit ein paar Upgrades ausbauen. Beide Ressourcen kommen aber auch noch in einem anderen Menü zum Einsatz, nämlich bei den Tarotkarten, die ihr euch vor jedem Level aussuchen dürft. Jede Karte verleiht euch einen mächtigen passiven Vorteil, zum Beispiel 30 Prozent Bonusschaden oder so etwas. Neue Karten findet ihr aber nicht beim Spielen selbst, stattdessen gebt ihr einfach Gold für eine Lotterie aus. Welche Karten ihr dann zieht, bestimmt der Zufall.

Nach jeder Mission verfallen die Karten allerdings automatisch, egal ob ihr siegreich wart oder draufgegangen seid. Wollt ihr sie wieder aktivieren, müsst ihr sie dazu erst neu ziehen, was Gold kostet, oder sie mit einer uralten Seele wiederherstellen. Und so geht das immer und immer wieder, nach jeder Mission. Eine ziemlich freudlose Mechanik, die nur dazu dient, euren gesammelten Ressourcen auf Dauer irgendeinen Sinn zu geben. Andere langfristige Ziele gibt es nämlich nicht. Stattdessen haben die Entwickler einen zusätzlichen Spielmodus eingebaut - und warum der überraschend viel Potenzial hat, erfahrt ihr auf der nächsten Seite.

  1. Seite 1 Painkiller: Wir testen den Shooter, den niemand spielen will
  2. Seite 2 Painkiller im Test: Erkundung, Waffen, Upgrades und Tarotkarten
  3. Seite 3 Painkiller im Test: Umfang, Roguelike-Modus, Wertung und Fazit
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