Ein zweischneidiges Lichtschwert, wohl eher für die jüngeren Star Wars-Fans unter den Kinect-Besitzern.
Kinect Star Wars soll nach der Meinung von Microsoft einer der Vorzeigetitel für die Xbox 360 mit Kinect in diesem Jahr werden. Schon bei der ersten Ankündigung war das Interesse an dem Titel recht groß. Wir sagen euch, ob das Spiel ein Grund ist, damit sich Star Wars-Fans die Bewegungssteuerung zulegen.
Lichtschwert-Action auf Schienen
Star Wars: Kinect
Ein großer Bestandteil von Star Wars Kinect ist eine Art Action-Adventure-Kampagne, in der man die Rolle eines völlig stummen Padawans übernimmt. Aus der Third-Person-Perspektive gilt es, Droiden und allerlei andere Feinde zu besiegen. Zur Seite stehen uns das Lichtschwert und einige Machtkräfte. Vor dem Kinect-Sensor bewegen wir unsere Hände als ob wird ein Lichtschwert halten würden. Die Bewegungen werden nur auf den ersten Blick gut umgesetzt, weswegen bei mir im Tutorial richtige Begeisterung aufgekommen ist. Aber im weiteren Verlauf des Spiels stellt sich heraus, dass filigrane und gut durchdachte Attacken kein Thema sind, vielmehr habe ich wie ein Wahnsinniger mit den Armen umher gefuchtelt, um Standard-Gegner wie Droiden in Massen zu zerteilen. Aber in diesem Teil des Spiels sind wir nun mal in einem Hack & Slay unterwegs.
Bewegungsfreiheit haben wir übrigens kaum, da wir auf Schienen durch Abschnitte geleitet werden. Zwischen dem Kampfsequenzen bewegt sich die Spielfigur automatisch. Während der Kämpfe kann man durch die jeweilige Körperbewegung nach links und rechts ausweichen oder mit einem Sprung hinter den Gegner gelangen. Mit einem Ausfallschritt nach vorne stürmt der Padawan auf den Bösewicht zu. Die Feinde werden stets automatisch anvisiert. Hat man die Opponenten besiegt, wird man in den nächsten Bereich geleitet. Gekämpft wird in den drei Kapiteln unter anderem auf Kashyyik mit den Wookies oder auf einem Raumschiff. Die Inszenierung ist jedoch sehr gut gelungen. Überall werden Skriptsequenzen ausgeführt, während um uns herum die Schlacht tobt. Zudem sorgen wechselnde Kameraperspektiven für ein filmisches Erlebnis.
Ich schwinge mich auf das Speederbike
Star Wars: Kinect
Doch wir können mehr als nur das Laserschwert zu schwingen. Zum einen kann man mit ihm Blasterschüsse abwehren, zum anderen treten wir einen Gegner auch gerne in den Abgrund. Mit der Macht dürfen Feinde weg geschleudert werden oder eben Objekte auf sie geworfen werden. Auch ein blauer Energieball kann auf Droiden und Co. geschleudert werden. Dies geschieht wie in den Filmen mit den passenden Bewegungen, was gut klappt (wenn auch nicht fehlerfrei), da sich die Kontrahenten meist ganz ordentlich mit dem Machtgriff packen lassen. An sich funktioniert die Erfassungen der Bewegungen akzeptabel, auch wenn einige Male zum Beispiel Bewegungen nach links oder rechts nicht richtig erkannt werden. Die Verzögerung hält sich in Grenzen und wird vom Spielprinzip kompensiert.
In der Story-Kampagne gibt es aber noch weitere Abwechslung, denn ab und zu schwingt man sich auf ein Speederbike, lenkt es mit dem Körper und beschleunigt bzw. bremst ab. Während man Bäumen ausweicht, werden Feinde abgeschossen. Sobald sie sich im Visier befinden, wird automatisch geschossen. Diese rasanten Verfolgungsjagden sind gut umgesetzt und machen viel Spaß. Später setzt man sich in einem Raumschiff hinter ein Geschütz und ballert auf heran fliegende Gegner, während man an anderer Stelle selbst einen Raumgleiter lenkt, allerdings nur auf eng vorgegebenen Bahnen. Man kann stets nur ein wenig ausweichen. Dennoch ist auch dieser Teil sehr gut inszeniert.
Star Wars: Kinect
Es kommt vor, dass man gegen einen stärkeren Feind antreten muss. Hier schaltet das Spiel in einen Duell-Modus. So muss man in der ersten Phase die Angriffe mit dem Lichtschwert abblocken (rechts, links, oben, unten), bis ein Balken aufgefüllt ist, danach hat man Zeit eigene Angriffe anzubringen. Diese Vorgang wird dann mehrfach wiederholt. Besonders spannend sind diese Duelle nicht, eher zäh und langwierig. Außerdem werden nur vorgegebene Aktionen ausgeführt. Mir hat dieser Part gar nicht so gut gefallen. Nett ist, dass zwei Spieler im Splitscreen gleichzeitig antreten können. Leider ist die Kampagne recht kurz. Nach 4-5 Stunden ist das Abenteuer vorbei. Dafür wurde man mit jeder Menge abwechslungsreicher Action gut unterhalten. Bedauerlicherweise ist die Story sehr mäßig und langweilig. Zwar trifft man auf viele bekannte Charaktere wie Yoda oder Chewbacca, doch die können da auch nur noch wenig helfen.
