Xenoblade Chronicles 2 Review: Klingen, Ökonomie und Wertung+Fazit

Test Viktor Eippert
Xenoblade Chronicles 2 Review: Klingen, Ökonomie und Wertung+Fazit
Quelle: Nintendo

Auf der dritten Seite unserers Tests zu Xenoblade Chronicles 2 klären wir, warum die Klingen eine wichtige Rolle spielen und wieso die Spielwährung nicht nebensächlich ist. Außerdem verraten euch natürlich unser Fazit samt Wertung!

Xenoblade Chronicles 2 Test: Auf die Klingen kommt's an

Abseits der Handlungsrelevanten Klingen erhaltet ihr weitere dieser Unterstützer durch das Aktivieren von Kernkristallen, die ihr auf eurem Abenteuer findet oder euch in Quests verdient. Damit erweckt ihr (bis auf wenige Ausnahmen) per Zufall eine neue Klinge und bindet sie so an einen Meister. Meistens springen dabei unspektakuläre Standard-Klingen raus, wenn ihr Glück habt oder seltene Kernkristalle nutzt, erwischt ihr aber auch eine der knapp 30 einzigartigen Klingen. Diese verfügen über eine eigene Persönlichkeit, besondere Skills sowie über kleine Nebenhandlungen mit eigenen Questketten, Harmoniegesprächen und vertonten Szenen. Selbst die Upgrade-Mechaniken sind mitunter einzigartig für manche Klingen. Bei der künstlichen Klinge Poppi sammelt ihr zum Beispiel Bauteile durch das Spielen eines Retro-Spielautomaten - inklusive recht spaßigem Minigame. Dadurch fühlen sich die besonderen Klingen wirklich einzigartig und wie vollwertige Gruppenmitglieder an. Jede einzigartige Klinge verfügt über eine eigene Mini-Story mit entsprechenden Szenen, Quests und Harmoniegesprächen. Quelle: PC Games Jede einzigartige Klinge verfügt über eine eigene Mini-Story mit entsprechenden Szenen, Quests und Harmoniegesprächen. Außerdem gliedern sich die Klingen in drei Klassen (Angreifer, Verteidiger und Heiler) und abhängig von eurer Zusammenstellung, erhält der Meister andere Boni. Wenn Rex beispielsweise drei Verteidiger-Klingen nutzt, erzeugt er besonders schnell Wut und zieht somit die Aufmerksamkeit von Gegnern auf sich. Kurzgesagt, er spielt sich wie ein Tank. Anders als in den Vorgängern könnt ihr eure Heldengruppe diesmal jedoch nicht mit unterschiedlichen Waffen und Rüstungen individualisieren. Die Bewaffnung wird von den genutzten Klingen bestimmt und ansonsten können Meister zwei Accessoires anlegen, während ihr Klingen mit ein bis drei Hilfskernen feintunen könnt. Hier ist die Auswahl dafür gigantisch und ihr könnt etwa die Effektivität von Seitenattacken stärken, eure Blockrate erhöhen, Klingen-Combos verstärken und so weiter.

Gerade nicht benötigte Klingen schickt ihr in kleinen Gruppen los, um Aufträge als Söldner zu erledigen. Dafür winken nicht nur Belohnungen, die Klingen erhalten auch nützliche Erfahrungspunkte. Quelle: PC Games Gerade nicht benötigte Klingen schickt ihr in kleinen Gruppen los, um Aufträge als Söldner zu erledigen. Dafür winken nicht nur Belohnungen, die Klingen erhalten auch nützliche Erfahrungspunkte. Klingen, die ihr gerade nicht in eurer Gruppe nutzt, schickt ihr per Söldnertruppen-Feature in Trupps von bis zu sechs Stück auf Missionen. Dadurch heimst ihr nicht nur nützliche Belohnungen ein, die Klingen sammeln unterwegs auch Erfahrung und schalten so weitere Skills in ihrem Harmoniering (im Grunde ein Talentbaum) frei. Besonders praktisch daran ist, dass ihr so in den meisten Fällen die Bedingungen eines Harmoniering-Upgrades umgehen könnt. Einige dieser Upgrades lassen sich derweil sogar nur mittels Söldnerauftrag aktivieren. Diese passiven Skills kommen euch nicht nur im Kampf zugute, sondern auch beim Erkunden der Spielwelt. Die richtigen Erkundungsfähigkeiten vorausgesetzt könnt ihr an entsprechenden Stellen hinderliche Dornen abfackeln, Eisbrücken entstehen lassen oder ihr erhaltet einfach mehr Ausbeute beim Sammeln von Rohstoffen und beim Bergungstauchen mit Rex. Durch die vielen NPCs, die durch die Straßen laufen und ihrem Tagwerk nachgehen, wirken die Städte schön lebendig. Quelle: PC Games Durch die vielen NPCs, die durch die Straßen laufen und ihrem Tagwerk nachgehen, wirken die Städte schön lebendig.

Xenoblade 2 Review: Überzeugende Ökonomie

Zum überzeugenden Gesamteindruck der Spielwelt trägt auch die Umsetzung der Ökonomie bei. Wie in den meisten Genre-Vertretern verdient ihr beim Kämpfen, durch das Aufstöbern von Schatzkisten und das Erledigen von (meist recht uninspirierten) Nebenaufträgen Gold. Eure Haupteinnahmequelle ist aber Rex' Tätigkeit als Bergungstaucher, der ihr an dafür vorgesehenen Stellen nachgeht. Die Ausbeute könnt ihr entweder einzeln für schnelles Geld verscherbeln oder an Handelsposten in Form von fest vorgegebenen Paketen für richtig Asche losbringen. Mit dem Geld kauft ihr euch im Gegenzug in den verschiedenen Läden Alrests Nahrungsmittel, Getränke und Alltagsgegenstände wie Bücher, Musikinstrumente oder Parfüm. Diese Sachen packt ihr euren Meistern dann in die dafür vorgesehenen Item-Taschen, um so Boni über Zeit zu erhalten.

Durch Handel und das Erledigen von Aufgaben und Söldneraufträge der Bewohner treibt ihr zudem aktiv die Entwicklung der jeweiligen Länder voran. Mit jeder neuen Entwicklungsstufe erweitert sich das Angebot der Händler um besonders seltene Gegenstände, die Waren in Läden werden günstiger und ihr schaltet neue Aufgaben frei - es entsteht also ein motivierender Kreislauf. Selbst der Kauf von Besitzurkunden der Läden ist möglich, um euch dauerhaft praktische Vorteile wie eine erhöhte Laufgeschwindigkeit oder einen Bonus auf die gesammelten Erfahrungspunkte im Kampf zu sichern. Einige der Panoramen in der abwechslungsreichen Spielwelt sind absolut atemberaubend. Quelle: PC Games Einige der Panoramen in der abwechslungsreichen Spielwelt sind absolut atemberaubend.

Trotz kleinerer Mankos richtig klasse

Schlussendlich bietet Xenoblade Chronicles 2 eine gute Mischung aus den Stärken der beiden Vorgänger, angereichert mit neuen Ideen. Auch wenn einige kleinere Mankos am fabelhaften Gesamterlebnis kratzen, erwartet euch hier ein gigantisches und richtig starkes Rollenspiel-Abenteuer japanischer Machart in einer einzigartigen, einprägsamen Spielwelt, mit einer unterhaltsamen Handlung, charmanten Charakteren und vielschichtigen Spielsystemen. Während die schicke Spielwelt ihre volle Wirkung im TV-Modus wesentlich besser entfalten kann, macht das Abenteuer im Handheldbetrieb zumindest eine respektable Figur. Auch unterwegs läuft das Spielgeschehen bis auf Ausnahmen flüssig, die geringere Auflösung ist mitunter aber nicht zu übersehen. Egal ob vor dem Fernseher oder in den Händen: Mit Xenoblade Chronicles 2 gesellt sich nach Zelda: Breath of the Wild, Splatoon 2 und Super Mario Odyssey zum Jahresabschluss der nächste Exklusiv-Hit zum bereits klasse bestückten Startjahres-Portfolio der Switch. So kann es 2018 gerne weitergehen!

Xenoblade Chronicles 2 erscheint am 01. Dezember 2017 exklusiv für Nintendo Switch. Der Release erfolgt sowohl digital im Nintendo eShop als auch im Handel für ca. 60 Euro. Ein Season Pass zu Xenoblade Chronicles 2 wird ebenfalls ab dem 01. Dezember für 29,99 € zum Kauf im Nintendo eShop angeboten. Er wird euch im Lauf etwa eines Jahres Zugriff auf eine zusätzliche Story-Episode, einen Herausforderungsmodus und kleinere Zusatzpakete bieten. (Xenoblade Chronicles 2 in der Wikipedia.)

Xenoblade Chronicles 2 Review: Fazit und Wertung

Meinungen

Wertung zu Xenoblade Chronicles 2 (NSW)

Wertung:

9.0 /10
Pro & Contra
Unterhaltsame Handlung mit wenig LeerlaufÜberzeugende, vielschichtige CharaktereGute Balance zwischen dramatischen Momenten und HumorHochwertige, markante VertonungHervorragender, vielseitiger SoundtrackOptionale Harmoniegespräche bieten zusätzliche Charakterzeichnung und LoreInteressantes, ungewöhnliches SettingKolossale, abwechslungsreiche und lebendige SpielweltUhrzeit, Wetter und Wolkenstand wirken sich ausErkundung der Spielwelt macht Spaß und wird belohntHohe spielerische FreiheitSehr tiefgründige Spielsysteme, die gut ineinandergreifenRiesiger Spielumfang: Etwa 70-80 Stunden für Hauptstory und deutlich über 100 Stunden für 100%Immens viele NebenaufgabenZahlreiche Geheimnisse zu entdeckenViele einzigartige Klingen mit eigenen Mini-StoriesNur seltene und sehr kurze LadezeitenFordernder, jedoch stets fairer SchwierigkeitsgradGutes FortschrittsgefühlJapanischer O-Ton kann optional kostenlos heruntergeladen werdenViele taktische Ausrichtungen und Gruppenzusammenstellungen möglichInteressanter Ökonomie-KreislaufNutzerinterface bietet viele Infos auf einen Blick
Die vielschichtigen Systeme können Einsteiger überfordernTutorials können nicht nachträglich eingesehen werdenEs dauert einige Zeit, bis die Kampfmechaniken ihr volles Potenzial ausspielenWeniger Ausrüstungsoptionen als in den VorgängernSich in Kämpfe einmischende übermächtige Monster können für Frust sorgenUnpassende Lippenanimationen und vorgefertigte Standardantworten bei Nebenquests mindern AtmosphäreViele Sammel- und Botenaufträge unter den NebenquestsGrafisch stellenweise durchwachsen, vor allem im HandheldmodusSichtbares Nachladen von Texturen und gelegentliche Pop-Ins von NPCs, vor allem nach einer Schnellreise
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