Die große Anno-Historie: Ab in die Zukunft mit Anno 2070

Special Carlo Siebenhüner Viktor Eippert Felix Schütz Matthias Dammes Tobias Meyer
Die große Anno-Historie: Ab in die Zukunft mit Anno 2070
Quelle: Ubisoft

Ab in die Zukunft ging es mit Anno 2070, das die Formel von 1404 verfeinerte. Außerdem durften 1404-Fans jetzt in einem Browserspiel vor sich hin warten.

In diesem Artikel

  1. Seite 1 Anno-Historie: Anno 1602
    1. 1.1 Anno 1602: Erschaffung einer neuen Welt | 31. März 1998 | PC
      1. 1.1.1 Anno 1602: Alles für die Einwohner
      2. 1.1.2 Anno 1602: Logistik und Warensimulation
      3. 1.1.3 Anno 1602: Expansion und Krieg
      4. 1.1.4 Anno 1602: Aus dem Stand ein Mega-Hit
  2. Seite 2 Anno-Historie: Anno 1503
    1. 2.1 Anno 1503: Aufbruch in eine neue Welt | 25. Oktober 2002 | PC
      1. 2.1.1 Anno 1503: Mehr Details, dank 2D
      2. 2.1.2 Anno 1503: Neues Steuersystem bringt Ärger
      3. 2.1.3 Anno 1503: Der verschollene Multiplayer
  3. Seite 3 Anno-Historie: Anno 1701, Anno 1701 (NDS)
    1. 3.1 Anno 1701 | 26. Oktober 2006 | PC
      1. 3.1.1 Anno 1701: Einführung des Rechtsklick-Menüs
      2. 3.1.2 Anno 1701: Neuer Glanz in 3D
    2. 3.2 Anno 1701 | 8. Juni 2007 | Nintendo DS
      1. 3.2.1 Anno 1701 DS: 2D statt 3D
      2. 3.2.2 Anno 1701 DS: Sunflowers in Schwierigkeiten
  4. Seite 4 Anno-Historie: Anno 1404, Anno - Erschaffe eine neue Welt
    1. 4.1 Anno 1404 | 25. Juni 2009 | PC
      1. 4.1.1 Anno 1404: Dreidimensionale Blütezeit
      2. 4.1.2 Anno 1404: Indirektes Militär und Katastrophen
      3. 4.1.3 Anno 1404: Das Add-on: Venedig
      4. 4.1.4 Anno 1404: Einfluss und Vermächtnis
    2. 4.2 Anno - Erschaffe eine neue Welt | 25. Juni 2009 | Nintendo Wii, Nintendo DS
  5. Seite 5 Anno-Historie: Anno 2070, Anno Online
    1. 5.1 Anno 2070 | 17. November 2011 | PC
      1. 5.1.1 Anno 2070: Die Welt nach dem Klimawandel
      2. 5.1.2 Anno 2070: 20.000 Meilen unter dem Meer
      3. 5.1.3 Anno 2070: Add-on "Die Tiefsee"
    2. 5.2 Anno Online | 26. September 2013 | PC
      1. 5.2.1 Anno Online: Warten oder zahlen
  6. Seite 6 Anno-Historie: Anno 2205
    1. 6.1 Anno 2205 | 3. November 2015 | PC
      1. 6.1.1 Anno 2205: Stark vereinfacht: Logistik und Transport
      2. 6.1.2 Anno 2205: Die Arktis - Anno war nie cooler
      3. 6.1.3 Anno 2205: Fly me to the moon
      4. 6.1.4 Anno 2205: Kämpfe - Strategie auf hoher See
      5. 6.1.5 Anno 2205: Börsenchaos und Online-Ärger
  7. Seite 7 Anno-Historie: Anno 1800
    1. 7.1 Anno 1800 | 16. April 2019 | PC, PS5, XSX
      1. 7.1.1 Anno 1800: Arbeiter und Bauern
      2. 7.1.2 Anno 1800: Attraktivität und Tourismus
      3. 7.1.3 Anno 1800: Umfangmonster
      4. 7.1.4 Anno 1800: Neue Plattformen
  8. Seite 8 Anno-Historie: Anno 117: Pax Romana
    1. 8.1 Anno 117: Pax Romana | 13. November 2025 | PC, PS5, XSX
      1. 8.1.1 Anno 117: Stadthalter Roms
      2. 8.1.2 Anno 117: Rosige Zukunft
  9. Seite 9 Bildergalerie

Anno 2070 | 17. November 2011 | PC

Was kommt nach 1404? Genau, 1305! Dachten sich zumindest Fans und Kritiker. Doch nach zwei Teilen und einem Meilenstein in der Vergangenheit war es bei Related Design Zeit für einen Szenenwechsel. Anstatt also erneut einen Abstecher in die Vergangenheit zu machen, drehte man die Uhr nach vorn in das Jahr 2070 und verlagerte die Anno-Formel in die Zukunft.

Jetzt ist die Welt aber ja heute schon größtenteils kartografiert und besiedelt. Ein völlig unberührtes Inselarchipel ist da eher selten. Um das also besser zu erklären, schnappten sich die Entwickler ein Setting, das heute fast undenkbar wirkt: nämlich den Klimawandel und den Klimaschutz.

Eine Stadt der Ecos in Anno 2070 mit einem Monumentalbau im Bau. Quelle: PC Games In Anno 2070 konnte man zwischen zwei Fraktionen wählen, mit denen man seine Stadt erbaut.

Anno 2070: Die Welt nach dem Klimawandel

Was heute vermutlich von lauten Leugnergruppen im Internet zusammengeschrien werden würde, war damals noch kein so verbranntes Konzept. In Anno 2070 hatte der Klimawandel voll zugeschlagen. Die Meeresspiegel waren stark angestiegen und hatten große Teile der Küsten überflutet. Zurück blieben neue Inselwelten, die besiedelt werden wollten.

Dabei traf man direkt zum Spielstart eine wichtige Entscheidung. Anno 2070 hatte nämlich zwei Hauptfraktionen, für die wir uns entscheiden mussten. Während die Ecos die ökologisch geprägten Baumknutscher waren, verkörperten die Tycoons die Ökoschweine, die einen feuchten Furz auf die Umwelt gaben.

Das wirkte sich auch spielerisch mit Stärken und Schwächen aus. Die Tycoons waren höchst effizient dabei, Bodenschätze auszubeuten und Energie zu produzieren. Dafür verpesteten sie aber die Umwelt und das verschlechterte wiederum die Fruchtbarkeiten der Felder. Das war bei den Ecos kein Problem. Die steigerten sogar die Produktionen ihrer Felder mit einer guten Ökobilanz. Dafür war die Stromproduktion aufwendiger und die Einwohner stiegen einem aufs Dach, wenn die Ökobilanz trotzdem in den Keller ging.

Grafisch bildete man ja spätestens mit 1404 die Speerspitze der Aufbauspiele, und das setzte sich auch in 2070 fort. Vor allem das Gewusel zwischen den Gebäuden war noch mal stark angestiegen, mit massenhaft herumfliegenden Autos. Zusätzlich gab's einen Farbfilter, der bei einer schlechten Umweltbilanz grau und bei einem Naturparadies knallig bunt wurde.

Allerdings war der Abstecher in die Zukunft für die Übersichtlichkeit nicht unbedingt ein Segen. Da kann eine Biokost-Fabrik noch so viele Details haben. Sie sah mit ihrem futuristischen Design eben leider auch aus wie so manches Wohnhaus. Und das ist nur ein Beispiel.

Eine Produktionsinsel in Anno 2070 mit zahlreichen Feldern. Quelle: PC Games Die Übersicht in Anno 2070 ging manchmal flöten, da sich viele Gebäude äußerlich ähnelten.

Anno 2070: 20.000 Meilen unter dem Meer

Der Clou von Anno 2070 wartete aber nicht auf dem trockenen Land, sondern unter dem Meer. Neben der eigenen Hauptfraktion steckte wie in Anno 1404 mit den Techs auch in Anno 2070 noch eine Zweitfraktion, die man ebenfalls spielen konnte und musste. Die Wohnhäuser der Techs musste man auf einer separaten Insel hochziehen. Die Produktion verlagerte man aber auf Unterwasserplateaus. Und wenn dann die anderen beiden Fraktionen auch noch Waren von den Techs haben wollten, dann konnte man so richtig knifflige Handelsrouten austüfteln.

Und wie schick das aussah. Man platschte richtig ins kühle Nass und der Sound bestärkte das Gefühl noch mal. Katastrophen konnten jetzt außerdem mehrere Inseln betreffen. Wenn einem nämlich die Ölbohrinsel hochging, verseuchte man damit eine riesige Fläche und zahlreiche Küsten. Fischfang konnte man dann erst mal vergessen.

Anno 2070: Add-on "Die Tiefsee"

Spätestens mit der Erweiterung "Die Tiefsee" wurde Anno 2070 dann zu einem wahren Komplexitätsmonster. Mit Hightech-Waffen und Bionik-Anzügen warteten hier die bis dato komplexesten Produktionsketten der Seriengeschichte.

Eingefleischte Serienfans waren vom Sci-Fi-Setting anfangs allerdings noch stark irritiert. Auch der Accountzwang bei Ubisoft stieß manchen Fans eher vor den Kopf, obwohl die Entwickler versucht hatten, den mit tollen Features auszugleichen. Anno 2070 war grundsätzlich always online, wenn man es nicht deaktivierte. Dafür bekam man allerdings ein sehr vorbildliches Live-Service-System - noch lange bevor das überhaupt in Mode kam.

Ein Unterwasserplateau mit Algenfarmen in Anno 2070 Quelle: PC Games Der Partytrick von Anno 2070 war das Bauen auf Unterwasserplateaus. So gab es regelmäßige Szenarien, die von Spielern weltweit gespielt werden konnten, und je besser die Ergebnisse waren, desto mehr Sachen wurden auch für andere Spieler freigeschaltet. Im Weltrat konnte man regelmäßig über bestimmte Regelungen, Boni und Vorteile abstimmen. Und das Beste: Das alles war kostenlos.

So konnte sich Anno 2070 über die Zeit trotzdem einen Platz an der Sonne sichern. Das Gameplay war hervorragend und auch die Verkaufszahlen konnten überzeugen und der Beweis war erbracht: Anno kann auch ohne Vergangenheit funktionieren.

Anno Online | 26. September 2013 | PC

Als Nächstes wollte Anno dann das Kunststück schaffen, auch ohne starken Spiele-PC zu funktionieren. Und zwar als Browserspiel! Die waren Ende der 2000er und Anfang der 2010er der heiße Scheiß und Ubisoft wollte da auch mitspielen. Mit Die Siedler Online hatte man bereits ein starkes Pferd im Rennen.

Für Anno Online schnappte man sich die damalige Lizenz zum Gelddrucken im Anno-Universum, nämlich Anno 1404. Das ging als Meilenstein in die Geschichte ein, und auch wenn 2070 ebenfalls ein hervorragendes Spiel war, so fremdelten eben doch einige mit dem Zukunftssetting.

Eine Startinsel in Anno Online Quelle: Ubisoft Die Inseln in Anno Online waren teilweise von Nebel verhüllt. Es kostete Ressourcen und Zeit oder echtes Geld, den Schleier zu lichten. Da kam Anno Online gerade recht, denn das recycelte den Stil von 1404 und bot somit eine Alternative zur Science-Fiction. An sich steckte in Anno Online sogar ein waschechtes Anno mit fast allen Mechaniken, die man sich von der Reihe erhoffte. Man besiedelte eine Inselwelt, stellte Produktionslinien auf und erfüllte die Bedürfnisse der Einwohner.

Die stiegen dann langsam auf und wollten noch mehr Kram haben. So weit, so Anno. Allerdings wollte Ubisoft mit Anno Online natürlich auch Geld verdienen, und so machte man das Browserspiel Free2Play, wie es damals ebenfalls im Trend war.

Anno Online: Warten oder zahlen

Grundsätzlich konnte man Anno Online also wie ein normales Anno spielen. Gelegentlich waren Produktionsketten etwas einfacher gehalten und Kämpfe etwa gab es gar nicht. Allerdings war das mit erheblichen Wartezeiten verbunden. Ein kleines Transportschiff brauchte für den Weg zu einer anderen Insel geschmeidige 15 Minuten - und dann musste es ja auch noch zurückfahren.

Teile der Spielwelt waren von Nebel verhüllt, den man mit Nahrungsmitteln und Gold verscheuchen konnte, um neuen Bauplatz freizumachen. Die Wartezeit auf die Freischaltung dauerte dann direkt mal einen ganzen Tag - mindestens!

Der Hafen einer großen Stadt in Anno Online Quelle: Ubisoft Anno Online konnte man grundsätzlich wie ein vollwertiges Anno spielen. An dieser Stelle kam dann auch euer Geldbeutel ins Spiel, denn natürlich konnte man die Wartezeiten überspringen, wenn man die echten Euros ins Spiel geworfen hat. Die Preise waren dabei stellenweise lächerlich gesalzen. Fast 60€ für eine große Insel mit bestimmten Fruchtbarkeiten? Da haben Spieler nur den Kopf geschüttelt.

Trotzdem konnte sich Anno Online einige Zeit halten. Nachdem es Ende 2013 in die Vollversion gestartet war, schaltete Ubisoft erst 2018 die Server ab. Aus den Überresten hatte man dann noch die Android-App Anno: Erschaffe ein Königreich zusammengezimmert. Allerdings wurde die mittlerweile ebenfalls eingestellt. Im Gegensatz zur Hauptserie hat Anno im Online-Bereich seinen Konkurrenten Siedler also nicht abgehängt. Die Siedler Online besteht nämlich zum Zeitpunkt dieses Artikels weiterhin. Doch auch für die Hauptserie sollte bald eine mittelschwere Sinnkrise anstehen.

  1. Seite 1 Anno-Historie: Anno 1602
  2. Seite 2 Anno-Historie: Anno 1503
  3. Seite 3 Anno-Historie: Anno 1701, Anno 1701 (NDS)
  4. Seite 4 Anno-Historie: Anno 1404, Anno - Erschaffe eine neue Welt
  5. Seite 5 Anno-Historie: Anno 2070, Anno Online
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  7. Seite 7 Anno-Historie: Anno 1800
  8. Seite 8 Anno-Historie: Anno 117: Pax Romana
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