Dressed to impress: Cloud Strife und Tetsuya Nomura

Special Ronja Häußer Michael Grünwald 53,99 €
Dressed to impress: Cloud Strife und Tetsuya Nomura
Quelle: Square Enix

Dank der überladenen Outfits, haben japanische Charakterdesigns den Ruf abgedreht zu sein. Wir werfen mal einen Blick hinter das Schaufenster.

Die sollte nämlich weder blond noch igelig werden. Nomura hat sich erst später dazu entschieden, um Cloud als Protagonisten mehr hervorzuheben. Ursprünglich waren schwarze, zurückgegelte Haare geplant gewesen, um Polygone zu sparen. Außerdem sollte so ein Kontrast zu Sephiroths langen, silbernen Haaren geschaffen werden. Die Rivalität zwischen Cloud und Sephiroth ist eine Designbasis für beide Charaktere, die sich in einer zwiespältigen Gegensätzlichkeit gegenüberstehen.

Nomura sieht in ihnen Musashi Miyamoto und Sasaki Kojiro, zwei Schwertkämpfer aus dem 17. Jahrhundert, die auf der Insel Ganryujima zu einem legendären Duell gegeneinander antraten. Er ließ sich für das Design der beiden stark von den Duellanten inspirieren, besonders, was das Aussehen der Schwerter betrifft. Amano sieht in Nomuras Konzepten den leidenschaftlichen Jungen Cloud einem erwachseneren, kühleren Sephiroth gegenüberstehen. Etwas, was sich in dem Design der beiden widerspiegelt, auch mit Clouds Haarwechsel.

Cloud Strife: Das Original, das Remake und der einsame Wolf

Nomuras Konzeptzeichnung zum Cloud aus Final Fantasy 7 ist noch wesentlich kantiger als seine Nachfolger. Auch wenn, dass Design aufgrund technischer Limitationen recht simpel ist, finden sich hier schon Ansätze von Nomuras späteren Design-Signaturen wie Gürtel, Nieten, Reisverschlüsse und ein insgesamt asymmetrisches Design.<br> &nbsp; Quelle: PC Games Nomuras Konzeptzeichnung zum Cloud aus Final Fantasy 7 ist noch wesentlich kantiger als seine Nachfolger. Auch wenn, dass Design aufgrund technischer Limitationen recht simpel ist, finden sich hier schon Ansätze von Nomuras späteren Design-Signaturen wie Gürtel, Nieten, Reisverschlüsse und ein insgesamt asymmetrisches Design.
 
In Clouds Aussehen finden sich erste Hinweise auf Designs, die später charakteristisch für Nomura wurden und auch erste Verbindungen zwischen Final Fantasy und der modernen japanischen Modeindustrie. Die eigentliche Kleidung ist in einem Indigo-Ton gehalten. Ai-zome, also Indigo-Färbung, ist eine traditionelle Färbemethode in Japan, die besonders in der Edo-Zeit weitverbreitet war, aber heute immer noch in kleinerem Umfang existiert.

Während sein ärmelloses Top eher in Richtung Body-Conscious geht, fällt Clouds Hose weit aus. Amano gefiehl die Form der Hose, da sie ihn an Hakama, eine traditionelle japanische Beinbekleidung, erinnert. Es gibt viele verschiedene Arten von Hakama, Clouds Hose ähnelt aber vor allem Tattsuke-hakama bzw. Karusan-bakama und Sashinuki Hakama. Diese Abwandlungen verengen sich um die Knöchel und sind an Ballonhosen angelehnt.

Da das Outfit eine Variation der SOLDIER-Uniform ist, ist es vor allem funktionell. Neben den Nieten-Handschuhen trägt er noch einen relativ schmalen Brust- und Schultergurt als Accessoire. An seinem linken Unterarm befindet sich ein sperriges metallenes Armstück. Die Achsel, das Rüstungsteil auf Clouds linker Schulter, sticht hervor, ist aber praktisch erklärbar. Standard-SOLDIER-Uniformen haben zwei Achseln, um aber sein Buster-Sword zu ziehen, braucht Cloud auf der rechten Seite mehr Armfreiheit.

Ursprünglich sollte Cloud für das Remake umdesignt werden, doch schlussendlich entschied man sich dagegen und so blieb sein Aussehen, trotz eines großen grafischen Sprungs, relativ ähnlich. Mit den neuen technischen Möglichkeiten, bekommen wir allerdings detailliertere Materialien und realistischere Proportionen. Quelle: SquareEnix Ursprünglich sollte Cloud für das Remake umdesignt werden, doch schlussendlich entschied man sich dagegen und so blieb sein Aussehen, trotz eines großen grafischen Sprungs, relativ ähnlich. Mit den neuen technischen Möglichkeiten, bekommen wir allerdings detailliertere Materialien und realistischere Proportionen. Ein weiterer, realer Grund könnte die Asymmetrie sein, die so im Design entsteht. Denn Nomura erprobte zur selben Zeit ein ähnliches Konzept für Yuffies Design. Beim Konzipieren des Materia-Ninjas ist ihm aufgefallen, dass asymmetrische Konstruktion, bei den stark vereinfachten Polygon-Modellen viel besser aussieht, weil es nicht so einseitig ist. Diese Konzeption der Asymmetrie behält er auch für spätere Designs bei und baut sie noch viel weiter aus.

Technisch waren die Möglichkeiten für Final Fantasy 7 noch sehr begrenzt und so entfaltete sich Nomuras Design erst später voll. Je besser die Hardware, desto größer sein Spielraum und desto mehr Details, also mehr Gürtel, baute er ein. Clouds Design aber blieb auch für seine späteren Iterationen immer relativ schlicht.

Für das Remake von Final Fantasy 7 ist die monochrome Farbpallette sogar noch dunkler und vereinheitlichter. Das sieht man gut an dem Bauchgürtel, bei dem alle Silberelemente fehlen. Auch das metallene Stück am linken Unterarm ist dunkler. Dafür gibt es gleich zwei zusätzliche Gürtel, die vermutlich hinzugefügt wurden, um einen realistischeren Übergang zwischen Oberteil und Hose zu verdeutlichen wie auch das Design an eine menschlichere Anatomie anzupassen.

Statt aufwendiger, zusätzlicher Accessoires, wurden die unterschiedlichen Materialien detaillierter dargestellt, wodurch die einheitliche Farbpalette mehr Struktur bekommt.

Nomura ist gemeinsam mit der japanischen Modeindustrie aufgewachsen. Zwei der wichtigsten, ältesten und prägendsten Namen in dieser Branche sind unter anderem für ihr Aufeinanderschichten von monochromen Farben bekannt.

Rei Kawakubos "Destroy"-Kollektion aus den 80er-Jahren ist legendär dafür, komplett schwarz zu sein und Yohji Yamamoto präsentierte erst zuletzt seine Kollektion Pour Homme, eine Meisterklasse im Schichten einer monochromen Farbpalette mit unterschiedlichen Stoffen und Mustern. Charaktere, die schwarz auf schwarz tragen, sind kein seltener Anblick in Final Fantasy - siehe die FF15-Boygroup. Witzigerweise stammt eine der besten Umsetzungen dieses Konzepts aber aus keinem Spiel, sondern aus einem Film.

  1. Seite 1 Dressed to impress: Was gutes Charakterdesign ausmachen kann; Final Fantasy, Yoshitaka Amano und Tetsuya Nomura
  2. Seite 2 Dressed to impress: Cloud Strife und Tetsuya Nomura
  3. Seite 3 Dressed to impress: Cloud Strife und Tetsuya Nomura, Persona 5 und Shigenori Soejima
  4. Seite 4 Dressed to impress: Persona 5 und Shigenori Soejima
  5. Seite 5 Dressed to impress: Takatoshi Hijiyama und Vanillaware
  6. Seite 6 Dressed to impress: Takatoshi Hijiyama, Tsukasa Okino und Vanillaware
  7. Seite 7 Dressed to impress: Fazit
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk