Dressed to impress: Cloud Strife und Tetsuya Nomura, Persona 5 und Shigenori Soejima

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Dressed to impress: Cloud Strife und Tetsuya Nomura, Persona 5 und Shigenori Soejima
Quelle: Square Enix

Dank der überladenen Outfits, haben japanische Charakterdesigns den Ruf abgedreht zu sein. Wir werfen mal einen Blick hinter das Schaufenster.

Ja, Advent Children ist umstritten, aber die "Cloudy Wolf"-Version von Cloud ist einfach ein wunderschönes Design. Es ist weniger körperbetont mit einem lockereren Oberteil und zusätzlichen weiten Elementen auf der linken Seite seines Körpers. Clouds linker Arm ist komplett durch einen losen, hängenden Ärmel verdeckt. Außerdem trägt er eine lange, schwarze Schürze über der linken Hälfte seines Unterkörpers.

Der Gesamtton ist komplett dunkel, bis auf einige silberne Akzente. Der silberne Ohrring, der auch Teil der anderen Outfitvarianten ist, sticht hier deswegen stärker hervor. "Cloudy Wolf" ist außerdem wesentlich weicher, weil die markanten Metallelemente durch Stoff ersetzt wurden und zudem die Haare realistischer und weniger spitz ausfallen. Ziel der Abwandlung, war ein simples Design, das Kampfbereitschaft verdeutlicht. Darüber hinaus, spiegelt es aber auch eine Veränderung in dem Charakter wider. Diese Version ist älter, hat die Ereignisse von FF7 zwar überstanden, muss aber mit den Konsequenzen leben. Der Cloud in Advent Children ist, laut Nomura, einsam und verängstigt und muss sich der Schuld stellen, die er sich selbst gibt.

Cloud wirke schwach, anders als viele andere Helden. Er sei vielleicht ein Trottel, aber dafür auch wirklich menschlich. Das Design von "Cloudy Wolf" zeigt diese Beschreibung von Nomura perfekt und unverzerrt auf, sodass es gar nicht notwendig zu sein scheint, den Film zu sehen, um zu verstehen, was in der Figur vorgeht.

Nomura drückt es selbst so aus: "Einer der wichtigsten Aspekte, die dem Spieler dabei helfen, die Persönlichkeit und den Hintergrund eines Charakters besser zu verstehen, ist Mode". Das Äußere der Charaktere kann aber nicht nur mehr über ihr Inneres verraten. Es kann auch den Stil und die Motive eines ganzen Spieles komplementieren.

Freedom in Style

Das Redesign für Cloudy Wolf ist ein persönlicher Favorit. Der dunkle Gesamtton erlaubt den silbernen Akzenten aufzufallen, ohne dass sie dafür übergroß sein müssen. Die Idee, dass eher figurbetonte Grundoutfit stellenweise mit weiten Elementen zu ersetzen ist genial. Das Aussehen des Charakters wird dadurch verändert, ohne seinen Grundcharakter zu verfälschen. Quelle: SquareEnix Das Redesign für Cloudy Wolf ist ein persönlicher Favorit. Der dunkle Gesamtton erlaubt den silbernen Akzenten aufzufallen, ohne dass sie dafür übergroß sein müssen. Die Idee, dass eher figurbetonte Grundoutfit stellenweise mit weiten Elementen zu ersetzen ist genial. Das Aussehen des Charakters wird dadurch verändert, ohne seinen Grundcharakter zu verfälschen. Das Wort, das gefühlt am häufigsten fällt, wenn Leute über Persona 5 sprechen ist "Style". Mit starken Farbkontrasten und der absichtlich abstrakt-chaotischen UI, ist es eines der stilistisch spannendsten Spiele überhaupt.

Tatsächlich ist die Komposition und stilistische Identität so gut umgesetzt, dass sie darüber hinwegdeutet, dass sich das Entwicklungsteam nur an einem moderaten Ressourcenpool bedienen konnte und dem Spiel in Punkten wie der Animation oft Feinschliff fehlt.

Das Team durchlebte während der Entwicklung eine schwierige Zeit und der einzige Ausweg war, ein gutes Spiel zu produzieren, so Director Katsura Hashino. Während langer Diskussionen liefen sie durch die Straßen von Sangenjaya, das reale Vorbild für Persona 5s Yongenjaya. Ähnlich wie später der Protagonist im Spiel, hatten sie das Gefühl, nirgendwo hingehen zu können.

Wenn wir das hören, ist es einfach, sich vorzustellen, warum das Thema des Spiels persönliche Freiheit und das Ausbrechen aus den Restriktionen des Alltags werden sollte. Die für uns so eindrucksvolle Mischung aus Popart und Punk genauso wie auch die markant dekonstruiert-kantige UI sind ein Mittel, um fantastische Elemente aus dem aufregenderen Leben der Phantom Thiefs mit der langweiligen und banalen Realität des Schullebens zu kontrastieren.

Es soll verdeutlicht werden, wie viel ein simpler Sinneswandel die eigene Existenz verändern kann. Mit dieser thematischen Grundlage, lässt sich gut erkennen, wie sehr das Charakterdesign das Gesamtspiel ergänzt. Passend zu der zwiespältigen Existenz, haben die Charaktere aus der Shujin-Akademie zwei Erscheinungsbilder: einmal die Schuluniform und einmal das Phantom-Thief-Kostüm.

Schon ohne sich die Outfits näher anzuschauen, stechen deutliche Unterschiede in der Haltung hervor. Im Vergleich zu Nomura, der kantige Linien bevorzugt, ist der Artstyle von Shigenori Soejjima weicher. Die geometrischen Kompositionen, die den Posen zugrunde liegen, sind nicht eckig, sondern geschwungen. Trotz der fließenden Posen fällt auf, wie beherrscht die Haltung besonders in der Schuluniform ist.

Vergleichen wir Rindos locker zurückgelehnte Haltung mit der des Protagonisten, sieht man schön, wie aufrecht letzterer steht - "gestreckt bis in die Fingerspitzen" - würde eine Turnlehrerin oder ein Turnlehrer sagen. Die Charaktere nehmen auch in ihren Artworks kaum Platz ein und halten ihre Hände nahe am Körper. Sie sind also insgesamt angespannt und wirken eingeengt. Betrachten wir dann die Artworks zu den Phantom Thieves, sehen wir kantigere Grundkompositionen, ausladende Gesten und selbstbewusstere Haltungen. Es ist nur ein kleines Detail, das schon so viel vermittelt.

Vielfalt in Einheit ...

Neben einem überliegenden Farbschema, in dem die Signaturfarbe Rot mit den Helligkeitsstufen ausgeglichen wird, werden Farben auch als charakterisierendes Merkmal eingesetzt.  Quelle: PC Games Neben einem überliegenden Farbschema, in dem die Signaturfarbe Rot mit den Helligkeitsstufen ausgeglichen wird, werden Farben auch als charakterisierendes Merkmal eingesetzt.  Alle Charaktere durchlaufen eine offensichtliche Veränderung, wenn sie zu den Phantom Thieves werden. Gleichzeitig behalten sie aber auch Aspekte ihres Alter-Egos bei. Im realen Leben sind Schülerinnen und Schüler zu beschäftigt damit, zur Schule zu gehen, um ihre Uniformen aufzupeppen, dürften es meist sowieso nicht und haben vermutlich auch gar keine Lust dazu, weil viele Schuluniformen hassen.

In Persona 5 hingegen, sind die Uniformen so personalisiert, dass man zweimal hinschauen muss, um sie nicht mit Straßenklamotten zu verwechseln. Eine Ausnahme bildet der Protagonist, der zum einen der Interpretationspunkt für den Spieler sein soll und zum anderen neu an der Schule ist und wahrscheinlich noch keine Zeit für Uniform-Styling hatte. Außerdem scheint er uns nicht wirklich der Typ dazu. Sein einziges Accessoire, die Brille, kann allerdings mit der Maske des Joker-Outfits in Verbindung gebracht werden.

Bei den anderen Dieben sind die Übergänge deutlicher. Die knallgelbe Farbe von Ryujis viel zu grellem T-Shirt, das er an Stelle des offiziellen Shirts trägt, findet sich in seinen Handschuhen wieder. Haru Okumura, die den Schulblazer durch einen pinken Cardigan mit kurzen Puffärmeln ersetzt hat, trägt als Phantom Thief eine hellpinke Bluse, die unten an den Ärmeln aufbauscht. Für Ann wird ihre auffallend rote Strumpfhose zu einer knallroten Bodysuit.

Die eigentliche Uniform der Shujin-Akademie zeichnet sich ebenso durch rote Akzente aus, die den schwarz-weißen Gesamtton kontrastieren. Diese Farbpalette gilt für das gesamte Spiel. Da das aggressive Rot wegen seiner Leidenschaftlichkeit als Signatur ausgewählt wurde, sollten die Helligkeitsstufen einen Ausgleich bieten.

Farbe ist sehr wichtig für das Persona-Franchise, und jedes Spiel steht für eine Farbe. So repräsentiert Persona 3 etwa die Farbe Blau. Auch die aufgepeppten Schuluniformen finden sich schon in den Vorgängern. Allerdings sind sie dort etwas subtiler und auch der Gesamtton der Outfits geht in eine wesentlich schickere Richtung.

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  4. Seite 4 Dressed to impress: Persona 5 und Shigenori Soejima
  5. Seite 5 Dressed to impress: Takatoshi Hijiyama und Vanillaware
  6. Seite 6 Dressed to impress: Takatoshi Hijiyama, Tsukasa Okino und Vanillaware
  7. Seite 7 Dressed to impress: Fazit
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