Dressed to impress: Takatoshi Hijiyama und Vanillaware

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Dressed to impress: Takatoshi Hijiyama und Vanillaware
Quelle: Square Enix

Dank der überladenen Outfits, haben japanische Charakterdesigns den Ruf abgedreht zu sein. Wir werfen mal einen Blick hinter das Schaufenster.

Die Grundidee von 13 Sentinels: Aegis Rim wurde von Mangaka Akira Kagami und dem von ihm mitpionierten "Mädchen und ihr Mech"-Genre inspiriert. Das bedeutet, dass schwere und unförmige Maschinerie mit der weichen Atmosphäre einer an Shojo Manga angelegten Welt kontrastiert wird. Es sollte dreizehn Protagonisten geben, weil die ersten Konzepte um das Neujahr 2013 entstanden.

Kamitani scherzte später selbst, dass es eine so anspruchsvolle Aufgabe gewesen sei, eine Geschichte und Ereignisse aus 13 verschiedenen Perspektiven zu schreiben, dass er geglaubt habe, es würde ihn umbringen. Die Arbeit an dem komplexen Script nahm so viel Zeit ein, dass Kamitani nur wenige Konzepte selbst zeichnen konnte. Das Charakterdesign übernahmen daher Yukiko Hirai und in Teilen Emika Kida. Laut Hirai bekam sie für die Designs nur die Textprofile der Charaktere und ein paar vage Anweisungen, die sie dann so umsetzte, wie sie sich die Charaktere vorstellte. Mit den fertigen Konzeptzeichnungen konnten dann genauere Details besprochen werden und Kamitani gab ihr konkreteres Feedback.

Charakterporträt: Takatoshi Hijiyama und 1985

Da sich Shojo Manga per Definition eher an ein weibliches Publikum richten, stehen normalerweise auch die weiblichen Charaktere im Fokus. Kamitani tat sich aber gerade bei humorvollen Szenen leichter, wenn er mit den männlichen Charakteren arbeitete. Ein Charakter, bei dem ihm das besonders gut gelungen ist, ist Takatoshi Hijiyama.

Aufgrund seiner schwierigen Situation ist Hijiyama zu seinem ruppigen Verhalten zurückgekehrt und misst Essen, besonders seinem geliebten Yakisoba-Pan, eine erhöhte Bedeutung bei.<br> &nbsp; Quelle: PC Games Aufgrund seiner schwierigen Situation ist Hijiyama zu seinem ruppigen Verhalten zurückgekehrt und misst Essen, besonders seinem geliebten Yakisoba-Pan, eine erhöhte Bedeutung bei.
 
Seine Geschichte beginnt in Japan im Jahr 1944. Obwohl er noch ein Schüler ist, wurde Hijiyama zusammen mit seinem Mitschüler und Freund Keitaro Miura dazu ausgewählt, riesige Mechs, die Sentinels, zu steuern und dem Königreich der aufgehenden Sonne so einen Vorteil gegenüber den Amerikanern zu verschaffen. Bevor es aber dazu kommen kann, bricht in der Fertigungsanlage Chaos aus, weil Kiriko Douji, die vermeintliche Tochter des für die Sentinels verantwortlichen Professors, verdächtigt wird, eine Spionin zu sein.

Aufgrund seiner Gefühle für Kiriko folgt Hijiyama ihr zum Toshiaka-Schrein, wo sich diese nach einem kurzen Gespräch in Luft auflöst. Kurz darauf taucht ein verdächtiger junger Mann auf und Hijiyama besteht darauf, ihn dorthin zu begleiten, wohin Kiriko geflohen ist.

Dieser Fluchtort stellt sich als das Jahr 1985 heraus, in dem Hijiyama als Junge aus einer anderen Zeit völlig verloren ist. Ohne Freunde oder ein Zuhause verbringt er ein halbes Jahr mit Gelegenheitsjobs und unter einer Brücke lebend. In dieser Zeit wird er von einem selbstbewussten Soldaten zu einem Außenseiter und seine ruppige Persönlichkeit, die ihn vor seinem Eintritt ins Militär auszeichnete, tritt wieder hervor.

Kamitani hatte in der Entwicklungsphase sogar geplant, Hintergrundbilder für besagte Brücke zu zeichnen und sich immer wildere Szenarien überlegt, die sein schmuckloses und wohl auch geruchsstarkes Dasein porträtieren sollten. All das hat es nicht in das Spiel geschafft und Hijiyama ist für seine Situation erstaunlich ansehnlich.

Das liegt vermutlich an Hirai, die Kamitani nachdem er ihr glücklich von all seinen abgefahrenen Ideen erzählt hatte, daran erinnerte, dass das ein Shojo Manga werden sollte und das vielleicht alles etwas zu wenig ansprechend ist. Stattdessen springen wir als Zuschauer direkt zum Ende des halben Jahres als Brückentroll, zu dem Punkt, an dem sein Alltag sich wendet. Aber auch ohne zu sehen, wie Hijiyama im Drinkbrunnen hinter dem alten Schulgebäude badet, können wir dank seines abgewandelten Designs seinen Lebenswandel erkennen.

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